Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V.
telephone 06131-2069-0

Leben und Wohnen

Handlungsschritte auf Ihrem Weg zur
Wohn-Pflege-Gemeinschaft

Obwohl der Bedarf durch Zahlen der Pflegestruktur prognostiziert werden kann, sind zuverlässige Aussagen zur Nachfrage schwierig. Daher ist es ratsam, vor Beginn des Projektes, vor Ort die genannten Interessensgruppen, Gemeinderätinnen, Gemeinderäte sowie Bürgerinnen und Bürger intensiv für das Thema „Pflegebedarf im Alter“ zu sensibilisieren und über Wohn-Pflege-Gemeinschaften als eine denkbare Wohnform im Alter aufzuklären und so vor allem Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger zu überzeugen, aber auch mögliche Bewohner und ihre Angehörigen zu werben.

Um eine Wohn-Pflege-Gemeinschaft umzusetzen, bedarf es mehrerer Komponenten, die zwingend notwendig sind, damit das Projekt aufgebaut und zufriedenstellend weitergeführt werden kann. Zu den Schlüsselkomponenten zählen das bürgerschaftliche Engagement, die Immobilie, die Dienstleisterinnen und Dienstleister, die Inverstoren sowie die Angehörigen.

Vor dem Aufbau einer Wohn-Pflege-Gemeinschaft sollten Sie einige Fragen klären – diese Rubrik hilft Ihnen dabei.

Leitfragen

  • Welche Art von Wohn-Pflege-Gemeinschaft kommt für unsere Ortsgemeine in Frage? Oder handelt es sich um eine andere Wohnform?
  • Welche Wünsche und Bedarfe bestehen bei den möglichen Bewohnerinnen und Bewohnern, aber auch bei den potentiellen Betreiberinnen und Betreibern?
  • Welche baulichen und personellen Möglichkeiten gibt es vor Ort?

Weiterführende Informationen

Was ist das „richtige“ Gebäude / die „richtige“ Wohnung?


Besondere Anforderung durch besondere Bedürfnisse

Das Wohnen in der Wohn-Pflege-Gemeinschaft soll ermöglichen, das gewohnte Leben auch mit Einschränkungen fortführen zu können.

  • Unterstützung bei körperlichen Einschränkungen
  • Kompensation nachlassender kognitiver Fähigkeiten
  • Sicherheit
  • Flexibilität in der Raumnutzung
  • Barrierefreiheit
  • Tageslichtorientierung, um Schlaf-Wach-Rhythmus zu unterstützen

Diese Ziele können auch durch die architektonische Gestaltung unterstützt werden.

Wohn-Pflege-Gemeinschaften können in vielfältigen Varianten in bestehenden Immobilien, auch in denkmalgeschützten Häusern, realisiert werden. Im ländlichen Raum eignet sich das Konzept im Rahmen der Stärkung von Dorf- und Kleinstadtkernen und lässt sich mit anderen Nutzungsoptionen und gegebenenfalls mit Landesprogrammen zur Dorf- und Stadtentwicklung verbinden. So können z.B. leerstehende Gebäude, besonders im Dorfkern, sinnvoll genutzt werden. Sie können nicht nur Bürgerinnen und Bürgern ein Wohnen im gewohnten Umfeld ermöglichen, sondern auch zum Treffpunkt für diejenigen werden, die noch daheim wohnen und so soziale Kontakte nutzen können. Denkbar ist auch eine Vernetzung mit einem Tagespflegeangebot oder sonstigen Aktivitäten.

Eine zentrale Lage im Dorf-, Quartiers- oder Stadtkern erhöht die Attraktivität und ist grundsätzlich Randlagen vorzuziehen. Bestehende Kontakte zu Angehörigen und Bekannten können so weiter gepflegt werden.

Im Grundsatz sollten die Wohnung und der Zugang zum Gebäude barrierefrei sein, damit sich die Bewohnerinnen und Bewohner auch bei körperlichen Einschränkungen selbstständig in der Wohnung bewegen bzw. diese auch eigenständig verlassen und wieder aufsuchen können. Barrierefreiheit liegt dann vor, wenn bestimmte bauliche Bedingungen erfüllt sind, die den DIN-Normen entsprechen.

Sofern eine Wohn-Pflege-Gemeinschaft in einem Neubau entsteht, kann vieles bereits in der Planung berücksichtigt werden. Beim Umbau von Bestandsimmobilien gibt es aber meist Einschränkungen. So lässt sich die Barrierefreiheit nach den entsprechenden DIN-Normen nicht immer realisieren. Bei entsprechender Umsetzung können auch Fördermittel des Landes, des Bundes oder der Pflegekassen eingesetzt werden.

 

Grundrisse und gute Beispiele

 
Ausführlichere Infos sowie Beispiele für Grundrisse finden Sie in diesem 
 
 
Umsetzbarer Lösungsvorschläge für barrierefreies Bauen und Inspirationen für Planer, Praktiker und Berater finden Sie hier:
1. Broschüre Barrierefrei bauen der Landesregierung Rheinland-Pfalz
2. Broschüre Barrierefrei bauen Empfehlungen für den Wohnungsbestand.

 

Weitere Informationen zu gesetzlichen Grundlagen: Hier

 

 

 

Schon bei der Suche nach einer geeigneten Immobilie sollten bau- und brandschutzrechtliche Bestimmungen beachtet werden. Vor dem Kauf bzw. vor Umbaumaßnahmen sollten die Aufsichtsbehörden für die Bereiche Bau und Brandschutz, die örtlichen Träger der Sozialhilfe und die Beratungs- und Prüfbehörde nach dem Landesgesetz über Wohnformen und Teilhabe (LWTG) einbezogen werden.

Es ist anzuraten, Wohn-Pflege-Gemeinschaften auch als Leistungsangebot der Eingliederungshilfe und der Hilfe zur Pflege zu planen, damit Personen, die auf diese Leistungen angewiesen sind, das Angebot nutzen können. Für die Anerkennung als Angebot der Eingliederungshilfe oder der Hilfe zur Pflege nach dem SGB XII sind die Sozialämter der Landkreise und kreisfreien Städte zuständig. Schon in der Planungsphase einer Wohn-Pflege-Gemeinschaft sollte die Anerkennung durch den Sozialhilfeträger geklärt werden, um eine tragfähige Finanzierung und spätere Nutzung zu sichern.

Die Landesregierung hat für Investoren, Interessierte und Kommunalverwaltungen ein Netz von Beratungsstellen bereitgestellt, die ihre Leistungen kostenfrei und neutral anbieten.

Beratungsangebote in RLP

1. Beratungs- und Prüfbehörde (BP-LWTG) des Landesamtes für Soziales, Jugend und Versorgung (LSJV)

An vier Standorten in Rheinland-Pfalz bietet die BP- LWTG eine fachlich qualifizierte Information und Beratung für volljährige Menschen mit Behinderungen und für volljährige pflegebedürftige Menschen, deren Angehörige und Betreuerinnen und Betreuer sowie private und öffentliche Initiatoren. Sie berät darüber, für welche Wohnformen das Landesgesetz über Wohnformen und Teilhabe (LWTG) gilt und welche Anforderungen, d.h. Rechte und Pflichten, gegebenenfalls zu beachten sind.

Gleichfalls nimmt sie Beschwerden zu Einrichtungen nach den §§ 4 und 5 LWTG entgegen und moderiert bei Konflikten.

BP-LWTG Koblenz
Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung
Baedekerstraße 2–20
56073 Koblenz
Telefon 0261 4041-1
Telefax 0261 4041-407
E-Mail poststelle-ko@lsjv.rlp.de

Zuständig für die Städte/Landkreise:
Ahrweiler, Altenkirchen, Bad Kreuznach (Stadt), Birkenfeld, Cochem-Zell, Koblenz, Mayen-Koblenz, Neuwied, Rhein-Hunsrück-Kreis, Rhein-Lahn-Kreis und Westerwald-Kreis

BP-LWTG Landau
Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung
Reiterstraße 16
76829 Landau
Telefon 06341 26-1
Telefax 06341 26-287
E-Mail poststelle-ld@lsjv.rlp.de

Zuständig für die Städte/Landkreise:Bad Dürkheim, Frankenthal, Germersheim, Kaiserslautern (Stadt), Kaiserslautern (Kreis), Kusel, Landau, Ludwigshafen, Neustadt an der Weinstraße, Pirmasens, Rhein-Pfalz-Kreis, Speyer, Südliche Weinstraße, Südwestpfalz und Zweibrücken

BP-LWTG Mainz
Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung
Rheinallee 97–101
55118 Mainz
Telefonn 06131 967-0
Telefax 06131 967-310
E-Mail poststelle-mz@lsjv.rlp.de

Zuständig für die Städte/Landkreise:
Alzey-Worms, Bad Kreuznach, Donnersbergkreis, Mainz, Mainz-Bingen und Worms

BP-LWTG Trier
Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung
In der Reichsabtei 6
54292 Trier
Telefon 0651 1447-0
Telefax 0651 275 44
E-Mail poststelle-tr@lsjv.rlp.de

Zuständig für die Städte/Landkreise:
Bernkastel-Wittlich, Eifelkreis Bitburg-Prüm, Vulkaneifel, Trier und Trier-Saarburg

 

2. Landesberatungsstelle „Barrierefrei Bauen und Wohnen“ bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz e.V.

Erfahrene Architekten beraten in Mainz und an neun Außenstellen zu allen Fragen des barrierefreien Bauens und Wohnens.

Landesberatungsstelle
„Barrierefreies Bauen und Wohnen“
Seppel-Glückert-Passage 10
55116 Mainz
Telefon 06131 2230-78
Telefax 06131 2230-79
E-Mail barrierefrei-wohnen@vz-rlp.de
www.vz-rlp.de

Hier finden Sie Informationen von Gemeinden, die sich bereits auf den Weg gemacht haben. Diese können Ihnen als Anregung dienen und zeigen Ihnen auch die unterschiedlichen Ausgangssituationen vor Ort.

Klicken Sie auf ein Foto, um eine vergrößerte Ansicht zu erhalten. Weiter unten finden Sie außerdem ein PDF zum Download, in dem alle Beispiele zusammengefasst sind.