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Leben und Wohnen

Möglichkeiten der Unterstützung in Wohn-Pflege-Gemeinschaften

Die Wohn-Pflege-Gemeinschaft bietet den Vorteil, dass ein Zusammenleben stattfindet, soziale Beziehungen geknüpft werden können und gemeinsam, mithilfe von qualifizierten Personal, Interessen und Aktivitäten nachgegangen werden kann. In häuslichem Flair kann eine bestmögliche Versorgung und Pflege bei gleichzeitiger größtmöglicher Erhaltung von Selbstbestimmung und Eigenständigkeit gewährleistet werden. Die Angehörigen haben in dieser Wohnform eine große Bedeutung. Einerseits sind Sie davon befreit, sich rund um die Uhr um ihren (erkrankten) Verwandten kümmern zu müssen, andererseits bleiben sie jedoch an seiner Seite und müssen über die wichtigen Fragen des Zusammenlebens in der Wohnung entscheiden. Die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, dass eine breite Unterstützung das Gelingen fördert.

Bürgerschaftliche Unterstützung

Hierfür sollte früh im Planungsprozess die Gemeinde informiert werden, um Angehörige, Nachbarn und bürgerschaftlich engagierte Personen von Beginn an fest einzubinden. Die Einbindung ist ein wichtiges Merkmal dieser Wohnformen. Sie ist erwünscht und erforderlich, um einerseits die Selbstbestimmung der Menschen in dieser Wohnform zu unterstützen und die Teilhabe am Gemeindeleben zu fördern, aber auch um die Kontinuität von privater Unterstützung zu sichern und die Pflege langfristig bezahlbar zu machen. Dies minimiert zum einen Kosten, sicherte aber zum anderen eine Einbindung der Wohngemeinschaft in das Gemeindeleben.

In Wohngruppen (§ 5 LWTG), in denen die Organisation von einem Dienstleister oder vom Vermieter übernommen wird, handelt dieser in Absprache mit den (zukünftigen) Bewohnerinnen und Bewohnern. Er ist gut beraten, das bürgerschaftliche Engagement von Anfang an mit zu berücksichtigen und auch zu nutzen. Die Verwaltung des Haushaltes und die Planung der Tagesabläufe geschehen im Interesse der Bewohnerinnen. Dabei ist deren Wahlfreiheit und Selbstbestimmung zu beachten. Auch in diesen Wohngruppen kommt den Angehörigen in ihrer Rolle als gesetzliche Vertretung für die Organisation eine besondere Bedeutung zu.

Professionelle Unterstützung

Neben der privaten/ehrenamtlichen Unterstützung, bedarf es in dem meisten Fällen auch einer professionellen Unterstützung in der Betreuung und Pflege. Hierbei basieren die Leistungen auf der dem individuellen Unterstützungsbedarf und Wünsche der Bewohnerinnen und Bewohner sowie deren Angehörigen.

Jede Bewohnerin, jeder Bewohner der Wohn-Pflege-Gemeinschaft beauftragt einen Pflegedienst, der die Betreuung rund um die Uhr sicherstellt. Die Rolle des Pflegedienstes in einer ambulant betreuten Wohn-Pflege-Gemeinschaft stellt sich folgendermaßen dar: Der Pflegedienst stellt Pflege (Grund- und Behandlungspflege), soziale Betreuung und hauswirtschaftliche Versorgung sicher. Dabei sind die Mitarbeiter des Pflegedienstes „Gäste“ in einer fremden Wohnung. Der Pflegedienst stellt Personal bereit, das fachlich und menschlich für die Betreuung qualifiziert ist. Wenn die Mieter bzw. ihre Angehörigen mit dem Pflegedienst nicht zufrieden sind, können sie den Vertrag kündigen und einen anderen Pflegedienst beauftragen.

Schulung und Begleitung von Unterstützenden

Für alle Unterstützergruppen (Angehörige, Ehrenamtliche und Mitarbeiterinnen sowie Mitarbeiter des Pflege- und Betreuungsdienstes) ist es hilfreich regelmäßige und bedarfsorientierte Fortbildungen oder Supervisionen anzubieten. Die Fortbildungen können hierbei häufig vom Träger selbst übernommen werden, da diese häufig über eigene Qualifizierungsprogramme verfügen oder kann durch Fachkräfte in der Region durchgeführt werden.

Als Themen kommen dabei u.a. in Frage:

  • Aufgabenverteilung zwischen Angehörigen und Pflegedienst
  • Alltagsgestaltung
  • Problem- und Krisenbewältigung
  • spezifischen Krankheitsbildern (z.B. Demenz)
  • Sterbebegleitung

Beispiel aus der Praxis: Neuburg am Rhein Landkreis Germersheim

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