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Experten diskutieren beim 26. Koblenzer AIDS-Covid-Hepatitis-Forum über aktuelle Herausforderungen zur Prävention und Behandlung von Infektionserkrankungen

Rund 180 Interessierte waren der Einladung des Arbeitskreises AIDS/STI Rheinland-Pfalz Nord zum Koblenzer Aids-Covid-Hepatitis-Forum gefolgt. An der Fortbildung in Kooperation mit der Landeszentrale für Gesundheitsförderung (LZG) in Rheinland-Pfalz e.V. nahmen Gäste sowohl in Präsenz im Kemperhof als auch via Live-Stream aus ganz Deutschland, Europa und sogar den USA teil. Das große Interesse zeigte, dass Präventionsarbeit, Beratung und Therapie von HIV/AIDS, Hepatitis wie auch anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen nach wie vor wichtige Gesundheitsziele sind, betonte Daniel Stich, Ministerialdirektor im Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit zur Eröffnung der Veranstaltung.

Über 38 Millionen Menschen leben derzeit weltweit mit AIDS/HIV, berichtete Dr. med. Ansgar Rieke, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, Nephrologie und Infektiologie im Kemperhof. Mit der entsprechenden Behandlung könne deren Lebenserwartung als „normal“ bezeichnet werden. Für die weitere Eindämmung des Virus spiele ein möglichst früher Behandlungsbeginn eine entscheidende Rolle, zumal auch die präventive Einnahme eines HIV-Medikaments wirksam sei.

Anschließend widmete sich Rieke den seit Mai dieses Jahres weltweit vermehrt aufgetretenen Affenpocken. Diese seien offenbar weniger leicht übertragbar.  Auch wurden bislang überwiegend milde Verläufe registriert, so dass die Quote der stationär behandlungsbedürftigen Fälle derzeit bei 5 Prozent liege.

Covid-19 sei, bezogen auf das erste Halbjahr 2022, überwiegend ambulant geworden, erklärte Rieke. Auch hier helfe ein möglichst früher Therapiebeginn. Nach nunmehr 2,5 Jahren Pandemie lägen unterschiedliche Therapieoptionen und entsprechende Studiendaten vor, begrüßte er. Diese bestätigten, dass das Impfen weiterhin eine wesentliche Rolle spielt – auch im Hinblick auf die Aus- und Wechselwirkungen mit anderen Virusinfektionen und Erkrankungen.

Prof. Dr. med. Kilian Weigand, Chefarzt der Inneren Medizin, Gastroenterologie, Gastroenterologische Tumortherapie und Diabetologie im Kemperhof, bestätigte dies. Bei Hepatitis C etwa zeige sich in Deutschland seit der Covid-19-Pandemie ein spürbarer Rückgang der Therapiehäufigkeit. Um die komplette Auslöschung der Erkrankung zu erreichen, seien jedoch deutlich mehr gezielte Diagnostik und Therapie in unterschiedlichen Risikogruppen nötig.

Prof. Dr. med. Bernhard Wörmann von der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie an der Berliner Charité, betonte die Bedeutung von intersektoraler Zusammenarbeit über Fachrichtungen und Berufsgruppen hinweg, um die Herausforderungen des Gesundheitswesens zu meistern. Dazu gehöre auch die Solidarität mit besonders vulnerablen Personengruppen. Im Falle von Covid-19 bedeute dies, Impfungen wahrzunehmen und konsequent Maske zu tragen.

Dies unterstützte Privatdozent Dr. phil. nat. Dr. med. habil. Martin Stürmer vom IMD Labor Frankfurt. Vor dem Hintergrund des aktuellen Anstiegs von Covid-Infektionen sieht er etwa bei Großveranstaltungen das Risiko der unkontrollierten Rekombination verschiedener Virusvarianten, da sich die aktuell vorherrschende Omikron-Variante rasant verändere. Verschiedene Studien belegten, dass sich auch mit den vorhandenen Vakzinen das Hauptziel, schwere Verläufe mit Krankenhausaufenthalten oder gar Todesfolge einzudämmen, sehr gut erreichen lasse.

Zur Pressemitteilung des Gemeinschaftsklinikums Mittelrhein, Koblenz