Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V.
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Organspende in Zahlen

Eine Organtransplantation ist für viele schwerkranke Menschen, bei denen ein Organ versagt, häufig die einzige Chance zu überleben. Jeden Tag sterben durchschnittlich drei von ihnen, weil für sie kein passendes Herz, keine Leber, Niere, Lunge oder Bauchspeicheldrüse zur Verfügung steht. Fast 9.200 Patienten warteten in Deutschland zu Beginn des Jahres 2021 auf ein Spenderorgan, ungefähr Dreiviertel von ihnen auf eine Niere.* Das sind etwa dreimal so viele Menschen wie Transplantate vermittelt werden können. Die Situation ist allgemein schwierig: Einige Patienten müssen wegen ihres schlechten Allgemeinzustandes von der Warteliste genommen werden, andere sterben, weil nicht rechtzeitig ein passendes Organ zur Verfügung steht.

Organspende in Deutschland

913 Menschen haben bundesweit im Jahr 2020 nach ihrem Tod ihre Organe für schwer kranke Patienten gespendet (2019: 932; 2018: 955). Das entspricht 11 Spendern pro eine Million Einwohner (2019: 11,2; 2018: 11,5). Im Jahr 2020 wurden postmortal 2.941 Organe in Deutschland gespendet (2019: 2.995; 2018: 3.113). Jeder Spender hat im Durchschnitt drei schwerkranken Patienten eine neue Lebenschance geschenkt.

Die Situation in Rheinland-Pfalz

  • Im Jahr 2020 gab es in Rheinland-Pfalz 61 Organspender (2019: 49; 2018: 37).
  • Ihnen wurden 189 Organe entnommen, die vermittelt und transplantiert wurden (2019: 153; 2018: 115).

Am 31. Dezember 2020 standen 422 Bürgerinnen und Bürger aus Rheinland-Pfalz auf der Warteliste für ein Spenderorgan, 339 von ihnen benötigten eine Niere.*

Die Organspendebereitschaft ist zu selten dokumentiert

Laut einer repräsentativen Umfrage der BZgA aus dem Jahre 2020 stehen 82 Prozent der Deutschen einer Organ- und Gewebespende positiv gegenüber. Allerdings haben nur 62 Prozent der Befragten eine persönliche Entscheidung getroffen – mehrheitlich fällt diese zugunsten einer Einwilligung aus: 71 Prozent derer, die sich entschieden haben, stimmen einer Organ- und Gewebespende nach dem Tod zu, 16 Prozent widersprechen ihr, neun Prozent übertragen die Entscheidung auf eine andere Person. Nur etwas mehr als jeder dritte Deutsche (39 Prozent) hat seine getroffene Entscheidung in einem Organspendeausweis dokumentiert.

Fehlende Informationen führen in vielen Fällen zur Ablehnung

Der Hauptgrund, weshalb Menschen noch keine persönliche Entscheidung bezüglich Organ- und Gewebespende getroffen haben, ist die fehlende Auseinandersetzung mit der Thematik. Zudem fühlt sich knapp die Hälfte der Bevölkerung (42 Prozent) weniger gut bis schlecht über das Thema Organ- und Gewebespende informiert. Hauptmotiv für die Zustimmung zu einer postmortalen Organ- und Gewebespende ist, anderen helfen zu wollen. Eine generelle Einstellung gegen Organspende oder lebensverlängernde Maßnahmen, religiöse, ethische oder spirituelle Gründe sowie mangelndes Vertrauen in das Organspendesystem sind die wichtigsten Faktoren, die zu einem Widerspruch führen.

Quellen: * Eurotransplant, alle anderen Angaben: DSO