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Die kalte Jahreszeit beginnt – Hochkonjunktur für Halsschmerzen

Samstag, 16. Oktober 2021

Warum sind Halsschmerzen eigentlich vor allem in der kalten Jahreszeit verbreitet? Um dies zu verstehen, schauen wir darauf, wie Halsschmerzen entstehen. Außerdem beantworten wir die Fragen, wie man Halsentzündungen vorbeugen kann und welche bewährten Methoden es gibt, um beginnende Halsschmerzen zu behandeln. Und wir erklären, wann es angebracht ist, ärztlichen Rat einzuholen. Ganz aktuell ist die Frage, ob ein kratzender Hals womöglich auf eine Coronavirus-Infektion hindeutet.

Doch zunächst schauen wir auf die lästigen, aber meist harmlosen Erkältungs-Halsschmerzen.

Hier können Sie den Gesundheitstext anhören:


Wenn der Hals morgens kratzt

Besonders im Winter, wenn die eingeatmete kalte Luft die Schleimhäute im Hals- und Rachenbereich auskühlen lässt, kann es leicht zu Halsentzündungen kommen. Denn die Kälte führt dazu, dass sich die Blutgefäße zusammenziehen. Dadurch werden die Schleimhäute weniger gut durchblutet und trocknen aus. Wenn nun Erkältungserreger eingeatmet werden, können sie sich ungestört in den Atemwegen ansiedeln und vermehren – und schon ist die Halsentzündung da!

Zunächst macht sie sich durch Heiserkeit oder ein Kratzen im Hals bemerkbar. Dann schwellen die entzündeten Schleimhäute an und üben Druck auf bestimmte Nervenenden aus. Das führt zu Schmerzen und Schluckbeschwerden. Durch den zusätzlichen Nasenschleim ist die Nasenatmung behindert und es kommt es zur Mundatmung – mit der Folge, dass die Atemluft nicht mehr angewärmt und angefeuchtet wird. Dies kann an der Rachenhinterwand einen unangenehmen Hustenreiz auslösen.

Halsschmerzen des Erkältungstyps sind meist durch Viren bedingt. Leider gibt es noch keine Medikamente, die eine Virusinfektion ursächlich bekämpfen können. Allerdings kann man einiges tun, um die Symptome zu lindern.

Virus? Da war doch was!

Nach vielen Monaten der Pandemie dürfte bekannt sein, dass der kratzende Hals ein typisches Symptom bei einer Coronavirus-Infektion ist. Tatsächlich hat sich dies mit der Delta-Variante, die in unseren Breiten mittlerweile vorherrschend ist, noch verstärkt. Denn der Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns, der zu Beginn der Pandemie als besonderer Corona-Anzeiger galt, tritt neuerdings seltener auf. Infizierte klagen einer britischen Studie zufolge jetzt verstärkt über Kopfschmerzen, eine laufende Nase und eben einen rauen Hals – zum Verwechseln ähnlich einer schlichten Erkältung.

Wer solche Symptome an sich feststellt, sollte zunächst Ruhe bewahren. Überlegen Sie, ob es in den letzten zwei Wochen Situationen gab, in denen Sie sich mit dem Coronavirus angesteckt haben könnten. Wenn Sie einen Schnelltest zu Hause haben, dient er zur ersten Orientierung. Ist der Test positiv, melden Sie sich sofort telefonisch in Ihrer hausärztlichen Praxis oder beim Gesundheitsamt, um abzuklären, wie Sie weiter vorgehen sollen. Das sollten Sie auch tun, wenn Sie selbst bei einem negativen Testergebnis den Verdacht auf eine Corona-Infektion nicht loswerden. Halten Sie sich in jedem Fall streng an die Abstands- und Hygiene-Regeln, tragen Sie eine Maske und reduzieren Sie Ihre Kontakte, bis Sie keine Symptome mehr haben. Selbst wenn es sich um eine schlichte Erkältung handelt, ist es besser, wenn Sie Ihre Umgebung vor Ansteckung schützen!

Mit Wärme und Dämpfen gegen Erkältungs-Halsschmerzen

Zunächst einmal ist ausreichend Wärme wichtig, denn sie sorgt für eine gute Durchblutung der Atemwegsschleimhäute. Halten Sie Ihren Hals tagsüber und auch nachts mit einem Schal warm. Wohltuend können außerdem Wickel sein: Hierzu legen Sie sich ein warmes und feuchtes Tuch um den Hals, darüber ein trockenes Tuch und schließlich einen Wollschal. Wer möchte, kann zusätzlich ätherische Öle, wie etwa Eukalyptusessenz, auf den Wickel träufeln. Auf diese Weise entstehen wohltuende Dämpfe, die schleimlösend und antibakteriell wirken.

Entzündungshemmendes aus der Natur

Neben der Wärme ist es sehr wichtig, dass Sie die Schleimhäute feucht halten. Das bedeutet: viel trinken! Flüssigkeit, zum Beispiel in Form von Kräutertees, hilft dem Körper, die Erreger auszuschwemmen. Wer seine Halsschmerzen zuerst einmal mit Hausmitteln bekämpfen will, dem sei selbst zubereiteter Schwarzrettichsud oder ein Ingwertee empfohlen. Der Schwarzrettich wird leicht ausgehöhlt, mit weißem Kandiszucker gefüllt und über Nacht stehen gelassen. Der Zucker zieht die Flüssigkeit aus dem Rettich heraus, und Sie können sie nun teelöffelweise über den Tag verteilt einnehmen.

Alternativ dazu schälen Sie eine Ingwerzehe, schneiden sie in Stückchen und lassen diese mit einem halben Liter Wasser 15 Minuten köcheln. Süßen Sie den Ingwersud mit Honig und trinken Sie immer mal wieder ein Glas davon. Außerdem können Sie Salbeibonbons lutschen. Sie wirken leicht desinfizierend und regen die Speichelbildung an. Das hält die Schleimhäute feucht und reduziert den Hustenreiz. In der Apotheke gibt es zudem Lutschpastillen und Lösungen zum Spülen der Mundhöhle und zum Gurgeln. Diese Mittel haben oft zugleich entzündungshemmende, desinfizierende und schmerzlindernde Wirkungen.

Schonung für die Luftwege

Wenn Sie die Halsschmerzen auf allen Ebenen bekämpfen, werden Sie sie am schnellsten wieder los. Deswegen sollten Sie auch die tieferen Atemwege behandeln, etwa durch Inhalationen mit warmen Salzwasserdämpfen. Füllen Sie dazu eine Schüssel mit heißem Wasser und lösen Sie darin zwei Esslöffel Salz auf. Legen Sie ein Handtuch über den Kopf, beugen Sie sich mit dem Handtuch über die Schüssel und atmen Sie die feucht-warme Luft gut und tief ein.

Generell ist es bei Halsschmerzen wichtig, halsschonend zu essen. Empfehlenswert ist flüssig-sämige Kost, die sich gut schlucken lässt, wie Suppe, Pudding oder Brei. Das Essen sollte nicht zu stark gewürzt sein, um weitere Reizungen zu vermeiden. Von Nikotin und Alkohol sowie von zu trockener und zu warmer Luft ist ebenfalls abzuraten.

Bei diesen Anzeichen geht’s in die hausärztliche Praxis

Unabhängig von der Frage einer Coronavirus-Infektion gibt es Situationen, in denen Sie ärztlichen Rat einholen sollten. Zum Beispiel, wenn der Hals trotz aller Gegenmaßnahmen nach etwa drei Tagen immer noch schmerzt. Dann nämlich ist möglicherweise zur viralen Entzündung ein bakterieller Befall hinzugekommen.

Ärztliche Hilfe sollten Sie auch aufsuchen, wenn sich starke Schluckbeschwerden schon beim Schlucken des eigenen Speichels einstellen und wenn auch noch Fieber hinzukommt. Dann könnte eine akute Mandelentzündung hinter den Halsschmerzen stecken. Wenn Sie Ihre Zunge mit einem Holzplättchen oder Löffel herunterdrücken und in den Spiegel schauen, können Sie die geschwollenen Gaumenmandeln meist selbst sehen. Auch Mundgeruch und eine Schwellung der Lymphknoten an den Kieferwinkeln – dort, wo sich der Unterkiefer bewegt – sprechen für eine Mandelentzündung. Ein weiteres Anzeichen ist, wenn Sie nach dem Essen einen bitteren Nachgeschmack haben. Eine Mandelentzündung wird, im Gegensatz zu normalen Halsschmerzen, fast immer durch Bakterien hervorgerufen. Hier hilft tatsächlich oft nur eine Antibiotikatherapie. Zusätzlich kann bei sehr starken Schmerzen ein Schmerzmittel verschrieben werden.

Halsschmerzen können zudem als Folge anderer Krankheiten entstehen, etwa bei Pfeifferschem Drüsenfieber, Diphtherie oder Scharlach. Deshalb ist eine medizinische Untersuchung bei stärker werdenden oder länger anhaltenden Halsschmerzen äußerst wichtig.

Bei chronischen Halsschmerzen sollte ebenfalls nach der Ursache gesucht werden. In Frage kommen zum Beispiel Nasenpolypen, die die Nasenatmung behindern und ggf. entfernt werden können. Auch die Reizung der Atemwege durch häufiges Sodbrennen oder das Arbeiten in staubiger und ungesunder Luft können der Grund für anhaltende Halsschmerzen sein.

© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG)
Text: Beatrice Wagner beatrice-wagner.de, Susanne Schneider freistil-texte.de
Redaktion: Birgit Kahl-Rüther, Mail: bkahl@lzg-rlp.de


 

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