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Heiße Luft für's Wohlbefinden - Wie Sauna die Gesundheit stärkt

Mittwoch, 3. Januar 2018 bis Montag, 15. Januar 2018

Wenn Schnee, Eis und Kälte den Aufenthalt im Freien ungemütlich machen, gibt es einen guten Tipp: Bringen Sie Ihren Körper dazu, dass ihm Kälte weniger ausmacht – und zwar indem Sie regelmäßig in die Sauna gehen. Die Überwärmung und die anschließende Erfrischung trainieren die Blutgefäße. Das hilft dem Körper, sich besser an die winterlichen Temperaturen anzupassen. Den Menschen, die regelmäßig in die Sauna gehen, gelingt es nach einem Aufenthalt im Freien nämlich besonders schnell, sich von selbst wieder aufzuwärmen. Außerdem bringt regelmäßiges Saunieren so manchen gesundheitlichen Vorteil mit sich. Vor allem stärkt es das Immunsystem, weshalb Saunagängerinnen und -gänger widerstandsfähiger gegen Erkältungen sind. Auch der Kreislauf wird angekurbelt. Und abends nach dem Saunagang, wenn man gemütlich im Bett liegt, fallen einem über der Gutenachtlektüre schnell die Augen zu. Mit Hilfe von Elektroenzephalografie-Untersuchungen (EEG) wurde bewiesen: Fleißige Saunisten sind entspannter und schlafen besser als Saunaabstinenzler.

Das brauchen Sie für die Sauna

Für einen klassischen Saunabesuch brauchen Sie zwei große Handtücher, einen kuscheligen Bademantel, Badeschuhe und Getränke. Bikini oder Badehose benötigen Sie hierzulande nur, wenn Sie vorher noch ein paar Runden im Schwimmbecken ziehen wollen. In die Saunakabine selbst gehen Sie jedoch unbekleidet, draußen ziehen Sie den Bademantel über. Für Besucherinnen, die unter sich bleiben wollen, gibt es spezielle Saunatage für Frauen.

Ablauf in der klassischen finnischen Sauna

Bevor Sie den Saunaraum das erste Mal betreten, ist eine Dusche selbstverständlich. Danach sollten Sie sich abtrocknen. Gehen Sie nicht mit nassem Körper in die Sauna, das schwächt den Effekt. In der Kabine wählen Sie am besten zunächst die unterste Bank, dort ist die Temperatur mit etwa 60 Grad Celsius am niedrigsten. Sind Sie trainierter, können Sie auch die mittlere oder oberste Bank nehmen, hier wird es bis zu 90 Grad Celsius heiß. Breiten Sie ein Badetuch aus und legen sich mit dem Rücken darauf. Bleiben Sie acht bis zwölf Minuten ruhig liegen. Dann setzen Sie sich auf, bleiben noch eine Minute sitzen und gehen hinaus.
Wichtig ist nun die Abkühlung. Stellen Sie sich erst einmal unbekleidet ins Freie oder in den Frischluftraum. Dann spritzen Sie sich mit lauwarmem bis kaltem Wasser aus der Dusche oder aus dem Schlauch ab. Falls Sie warm duschen wollen, bedenken Sie, dass sich kein Trainingseffekt einstellen kann. Sind Sie sehr abgehärtet, können Sie auch ins eiskalte Tauchbecken springen. Danach hüllen Sie sich in Ihren Bademantel ein und legen sich auf eine Liege in den Ruheraum. Nach einer halben Stunde können Sie den nächsten Saunagang machen. Üblich sind insgesamt zwei bis drei Saunagänge. Trinken sollten Sie erst bei der letzten Nachruhe, denn wenn Sie vorher trinken, entschlacken Sie weniger bis gar nicht. Wählen Sie einen Fruchtsaft mit Wasser oder ein isotonisches Getränk, um den Mineralstoffverlust auszugleichen.

Dampfbad und Sanarium

Bei der hier beschriebenen klassischen finnischen Sauna sind die Lufttemperaturen hoch, die Luftfeuchtigkeit dafür aber gering. Andersherum verhält es sich im Dampfbad. Hier herrscht schwüle Wärme bei einer Temperatur von 45 Grad Celsius und hoher Luftfeuchtigkeit. Das Dampfbad ist gut nach sportlicher Anstrengung geeignet, denn es lockert die Muskeln. Oft werden den Dämpfen Kräuteraromen zugesetzt, diese wirken sich positiv auf die Atemwege aus. In einem Sanarium wiederum finden Sie eine Mischform aus Sauna und Dampfbad vor, die Lufttemperatur liegt bei 60 Grad Celsius, die Luftfeuchtigkeit ist mit 40 bis 45 Prozent im mittleren Bereich. Wichtig: Nach dem Besuch eines Dampfbades oder eines Sanariums duschen Sie sich mit lauwarmem Wasser ab.

Die orientalische Variante: der Hamam

Mittlerweile gibt es bei uns auch immer öfter die orientalische Variante der Sauna, den sogenannten Hamam. Hierbei sitzen oder liegen Sie auf einem Marmorblock und genießen eine feuchtwarme Luft von 45 Grad Celsius. Im Hamam sollten Sie sich unbedingt eine Massage vom Bademeister, dem Tellak, gönnen. Er reinigt zuerst die Haut mit einem Handschuh und dem feinen Schaum einer Olivenseife. Zwischendurch erfrischt er Sie mit ein paar angenehm kalten Güssen.

Zu beachten: Nicht für alle Menschen ist die Sauna zu empfehlen

Generell zu beachten ist, dass nicht jeder Mensch in die Sauna gehen darf. Wer akut erkältet und fiebrig ist, sollte darauf verzichten. Auch bei Herzschwäche, schweren Herzrhythmusstörungen und in den ersten drei Monaten nach einem Herzinfarkt ist der Saunabesuch untersagt. Bei Hauterkrankungen oder einer Schilddrüsenüberfunktion sollten Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat fragen. Dies gilt auch für Asthmaerkrankungen. Hier kann es medizinisch geboten sein, das Notfallspray in Reichweite zu haben.

Altersunabhängig saunieren

Eine feste Altersgrenze nach oben oder unten gibt es beim Saunieren übrigens nicht. Zwar wird in Deutschland empfohlen, Kinder unter zwei Jahren nicht mitzunehmen, weil sich der kleine Körper zu schnell aufheizt. Die Finnen allerdings gehen schon mit Babys ins warme Vergnügen. Auf der anderen Seite können auch über 80-Jährige noch saunabaden und damit ihre Lebensqualität im Alter erheblich verbessern. Um ganz sicher zu sein, ob die Sauna für Sie oder für Ihr Kind geeignet ist, sollten Sie sich vor dem ersten Mal ärztlich beraten lassen.

© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG)
Text: Dr. Beatrice Wagner, www.beatrice-wagner.de
Redaktion: Marielle Becker


 

Weiterführende Links

Der Mitteldeutsche Rundfunk MDR gibt Tipps für die Sauna: „Gefäßgymnastik – Darum hält Schwitzen gesund“ (September 2017). Zur Homepage

Artikel des Ärzteblatts von Februar 2015 „Saunabesucher leben länger“. Zur Homepage

Artikel „Demenz: Mehrere Saunagänge die Woche reduzieren das Risiko“ (Januar 2017) auf der Seite „Älter werden in Balance“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung BZgA. Zur Homepage

 


 

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