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Kalte Füße können krank machen

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„Den Kopf halt' kühl, die Füße warm, das macht den besten Doktor arm.“ – so lautet eine populäre deutsche Gesundheitsregel. In der Tat: Warme Füße wirken sich wohltuend auf unseren gesamten Organismus aus. Und bei kalten Füßen fühlt man sich unwohl und wird erfahrungsgemäß schneller krank. Aber wieso eigentlich?

Gute Gründe für warme Füße

Hergeleitet wird die Gesundheitsregel von dem Urarzt Hippokrates, der geschrieben hat: „Wer stark, gesund und jung bleiben und seine Lebenszeit verlängern will, der ... halte Kopf kalt, die Füße warm.“ Hippokrates zog zur Erklärung die Säftelehre heran, nach der die „Leibesfeuchten“ – gelbe und schwarze Galle, Blut und Schleim – unterschiedliche Temperaturen haben, die ausgeglichen werden müssen. Vor diesem Hintergrund ergibt das Sprichwort Sinn. Doch in der heutigen Medizin gibt es zunächst einmal keinen direkten Zusammenhang zwischen Kälte und Erkältung. Eine Erkältung kommt immer durch Erkältungserreger – sprich Viren – zustande. Steckt man jemanden in einen kalten Raum, der virenfrei ist, wird diese Person zwar frieren, aber keine Erkältung bekommen. Allerdings führt eine Unterkühlung der unteren Extremitäten dazu, dass das vegetative Nervensystem die Durchblutung der Atemwege drosselt. Die Nasenschleimhäute werden somit kalt und trocken. Dadurch sinkt ihre Abwehrbereitschaft, die Erkältungsviren dringen leichter in den Organismus ein. Und somit gibt es doch einen Zusammenhang zwischen kalten Füßen und einer Erkältung.

Tipps für warme Füße

Um gesund durch die Erkältungszeit zu gelangen, sollten wir also dafür sorgen, dass unsere Füße schön warm bleiben. Wichtig ist zunächst das ganz Offensichtliche: Im Herbst und Winter braucht es passende warme Schuhe und warme Socken. Die Schuhe dürfen die Füße nicht einengen, damit das Blut ungestört zirkulieren kann. Das Obermaterial sollte atmungsaktiv sein, entweder Mikrofaser oder Leder, damit sich im Schuh die Feuchtigkeit nicht staut. Die Sohlen sollten wasserundurchlässig sein. Bequeme Wollsocken sind zu empfehlen, auch sie leiten den Schweiß weiter.
Kalte Füße kommen aber nicht nur durch kalte Außentemperaturen zustande, sondern auch durch körperliche Inaktivität. Beim langen Herumsitzen werden die Füße weniger gut durchblutet und kühlen ab. Dies verändert dann das ganze Temperaturempfinden und man beginnt zu frösteln. Anstatt nun aber die Heizung hochzudrehen, wäre eine kleine Runde durchs Büro oder die Wohnung gut, oder auch einfach nur ein Mini-Fitnesstraining mit zehn Kniebeugen. Danach pumpt das Herz sofort wieder Blut in die Füße.
Generell neigen Frauen, vor allem die jüngeren, stärker zu kalten Füßen als Männer. Insgesamt frieren sie auch schon bei etwa fünf Grad über der Temperatur, bei der es Männern anfängt ungemütlich zu werden. Dies hängt mit dem niedrigen Blutdruck und der geringeren Muskelmasse der Frauen zusammen. Frauen brauchen also mehr Bewegung als Männer, damit sie warm bleiben.

Krankheitsursachen ausschließen

Natürlich sollten Sie bei dauerhaft kalten Füßen immer auch an eine krankheitsbedingte Ursache denken. Diese kann zum Beispiel in der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit liegen, welche meist durch eine Arterienverkalkung zustande kommt. Auch das Raynaud-Syndrom kann für kalte Füße verantwortlich sein, denn hierbei verengen sich die Blutgefäße plötzlich krampfartig. Auch manche Medikamente, wie Mittel gegen Migräne, Erkältung, Bluthochdruck sowie einige Verhütungsmittel und Antidepressiva können kalte Füße als Begleiterscheinung mit sich bringen.

Durchblutung langfristig verbessern

Um kalten Füßen langfristig vorzubeugen, helfen Wechselfußbäder. Diese trainieren das Blutgefäßsystem, sodass es sich schnell an Temperaturunterschiede anpassen kann. Ein Wechselfußbad geht so: Sie halten Ihre Füße zunächst zwei bis drei Minuten in eine Schüssel mit warmen Wasser und dann zwei bis drei Sekunden in eine Schüssel mit kaltem Wasser. Diese Wechsel wiederholen Sie mehrmals, etwa sechs bis achtmal und hören mit dem kalten Fußbad auf. Anschließend frottieren Sie Ihre Füße kräftig ab und ölen sie mit Arnika- oder Zitrusöl ein, das fördert noch einmal die Durchblutung.
Wenn Sie schon trainierter sind, können Sie statt der Wechselfußbäder die Wechselduschen einführen. Diese trainieren das Gefäßsystem des ganzen Körpers. Auch hier gilt: Mit kalt aufhören.
Nun sind Sie fit für einen schönen Spaziergang im Freien. Denn auch dies, die Bewegung und das Ausdauertraining, sind sehr gute Methoden, um die Füße warm zu halten und die Abwehrkräfte zu stärken. Wer fünfmal pro Woche eine Dreiviertelstunde lang zügig geht, wird doppelt so schnell mit einem Infekt fertig, als wer sich immer nur motorisiert von einer Stelle zur anderen bewegt.

Auch möglich: Sich von innen wärmen

Übrigens: Kalte Füße können nicht nur eine Erkältung nach sich ziehen, sondern können auch selbst bereits Zeichen einer beginnenden Erkältung sein, ebenso wie ein Frösteln am ganzen Körper. Ist das der Fall, dann wärmen Sie sich schnell von Innen. Wie wäre es mit einer Zimt-Ingwer-Abkochung? Nehmen Sie 1,5 Stangen Zimt, 2,5 cm geschälten Ingwer, zerkleinern Sie die Zutaten, geben Sie sie in eine große Tasse mit kochendem Wasser und lassen Sie alles zehn Minuten ziehen. Dann seihen Sie durch und trinken den Tee mit Honig gesüßt.

© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG)
Text: Dr. Beatrice Wagner, www.beatrice-wagner.de
Redaktion: Marielle Becker


 

Weiterführende Links

Ratgeber der Deutsche Gesellschaft für Angiologie Gesellschaft für Gefäßmedizin e. V.

  • zum Thema „Durchblutungsstörungen der Beine und des Beckens - Periphere Arterielle Verschlusskrankheit (PAVK)“. Zum Download
  • zum Thema „Die Durchblutungsstörung Raynaud-Phänomen“. Zum Download

 


 

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