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Röntgen, Ultraschall, CT und MRT: Einblicke in den Körper – wodurch unterscheiden sie sich?

Mittwoch, 16. Juni 2021 bis Mittwoch, 30. Juni 2021

„Da müssen wir mal genauer hinsehen!“ Wenn Sie diesen Satz in einer ärztlichen Praxis hören, bedeutet dies meist, dass die Ärztin oder der Arzt in Ihr Körperinneres schauen möchte. Etwa, um der Ursache von Rückenschmerzen auf den Grund zu gehen, um eine Knochenverletzung zu begutachten, um das Herz zu checken oder um Ihr ungeborenes Kind zu beobachten. Ultraschall und CT, MRT und Röntgen sind die bekanntesten der so genannten bildgebenden Verfahren. Sie helfen, Symptome abzuklären und Diagnosen zu stellen. Aber was steckt genau hinter den einzelnen Verfahren? Was leisten sie, wie funktionieren sie und was ist bei der Anwendung zu beachten?

Röntgen

Bei einer Röntgenuntersuchung werden für einen kurzen Moment Röntgenstrahlen durch den Körper geschickt. Auf diesem Weg werden sie unterschiedlich stark abgeschwächt, je nachdem, wie dicht die Struktur ist, die sie durchdringen müssen. Dementsprechend treten sie mit unterschiedlicher Intensität wieder aus dem Körper aus und werden von einem Computerprogramm aufgenommen. Je schwächer die Strahlen sind, desto heller erscheinen sie im Bild. So werden zum Beispiel Knochen als weiße Struktur sichtbar.

Besonders gut lassen sich Karies und Osteoporose durch eine Röntgenuntersuchung erkennen, außerdem kommt das Verfahren bei Lungenerkrankungen zum Einsatz. Weil die Darstellung eindimensional ist, werden häufig zwei Aufnahmen aus unterschiedlichen Blickwinkeln gemacht – zum Beispiel von vorne und von der Seite. Viele Auffälligkeiten lassen sich durch das Zusammenspiel der Perspektiven besser beurteilen.

Röntgenstrahlen haben aber auch Eigenschaften, die man sehr sorgsam bedenken muss. Bei hoher Strahlungsintensität können sie zellschädigend sein und dann im schlimmsten Fall Krebserkrankungen auslösen oder auch zu Unfruchtbarkeit führen. Weil ungeborene Babys besonders empfindlich auf die Strahlen reagieren, werden Schwangere in sehr seltenen Fällen und nur, wenn es unumgänglich ist, geröntgt. Die aktuellen Röntgengeräte sind allerdings so gebaut, dass sie diese Risiken berücksichtigen. Zudem werden auch Schutzmaßnahmen ergriffen. Zum Beispiel halten Bleiwesten bzw. -platten die Strahlung von angrenzenden Körperteilen oder gefährdeten Stellen fern. Auch sollten die Untersuchungen nicht zu schnell aufeinander folgen. Insgesamt muss der Nutzen einer Röntgenuntersuchung gut gegen die Risiken abgewogen werden, zumal es heute auch aussagekräftigere Möglichkeiten gibt

CT – Computertomografie

Auch die Computertomografie arbeitet mit Röntgenstrahlen. Der große Vorteil der CT ist, dass sie dreidimensionale Bilder liefert. Zur Untersuchung wird man im Liegen langsam durch einen kreisfömigen Apparat geschoben, in dem ein Ring rotiert. Der Ring bewegt sich um den Körper herum und sendet dabei Röntgenstrahlen aus. Sie durchdringen den Körper und werden auf der gegenüberliegenden Seite von Detektoren wieder aufgefangen. So entstehen Aufnahmen von einzelnen Schichten des Körpers, die per Computer zu einem dreidimensionalen Bild zusammengefügt werden.

Die Computertomografie wird häufig zur Untersuchung des Schädels eingesetzt, beispielsweise bei Verdacht auf eine Hirnblutung, einen Tumor oder eine Gefäßveränderung. Auch Lunge und Herz sind gut darstellbar, ebenso die Bauchorgane. Ganzkörper-CTs sind eine schnelle und schmerzfreie Untersuchungsmethode für Unfallopfer, weil sie gleichzeitig Knochen- und Organverletzungen erkennen lässt.

Wie bei einfachen Röntgenuntersuchungen bietet auch bei CTs der Einsatz von Kontrastmitteln weitere Diagnosemöglichkeiten. Für die Untersuchung der Blutgefäße (Angiografie) beispielsweise wird das Mittel in die Venen gespritzt, für eine Magen-Darmuntersuchung wird es getrunken. Da das Kontrastmittel Jod enthält, kann es bei Menschen mit Schilddrüsenerkrankungen nicht eingesetzt werden. Auch bei Nierenerkrankungen ist Vorsicht geboten. Schwangere dürfen wegen der Strahlenbelastung grundsätzlich nicht per CT untersucht werden.

Ultraschall (Sonografie)

Bei der Ultraschall-Untersuchung, auch Sonografie genannt, werden keine Strahlen, sondern Ultraschallwellen in den Körper geschickt, die als ungefährlich gelten. Je nachdem, wie das innenliegende Gewebe beschaffen ist, lässt es diese passieren, nimmt sie auf oder reflektiert sie zurück. Das aus diesen Informationen berechnete Bild wird quasi „live“ auf einem Bildschirm dargestellt. Bei der Untersuchung fährt die Ärztin oder der Arzt mit einem Schallkopf über die Haut, die zuvor mit einem Gel bestrichen wurde. Je mehr Schall das Gewebe durchlässt, desto dunkler erscheint es auf dem Bildschirm. Wasser beispielweise lässt Ultraschallwellen widerstandslos passieren. Harn- und Gallenblase oder auch das Fruchtwasser in der Gebärmutter werden deshalb schwarz dargestellt.

Ultraschall wird hauptsächlich zur Untersuchung innerer Organe wie Herz, Leber und Niere eingesetzt. Auch für Schilddrüsen, Lymphknoten und die weibliche Brust ist er sehr gut geeignet. Eine Spezialform ist die Doppler-Sonografie für Gefäßuntersuchungen. Mit ihr wird die Fließgeschwindigkeit des Blutes ermittelt, woraus Rückschlüsse auf gefährliche Gefäßschädigungen wie Thrombosen gezogen werden können.

Die Sonografie gilt als gesundheitlich unbedenklich, ist schnell und mit wenig Aufwand umzusetzen, oft sogar spontan in der Praxis. Allerdings sind die Bilder nur von erfahrenen Medizinerinnen und Medizinern zu interpretieren – denn nicht immer sind sie so anschaulich wie die Babybilder aus dem Mutterleib.

MRT – Magnetresonanztomografie (oder Kernspintomografie)

Die Magnetresonanztomografie oder Kernspintomografie ist die Königsdisziplin der bildgebenden Verfahren. Sie nutzt die Tatsache, dass der menschliche Körper zu einem Großteil aus Wasser besteht und liefert mit Hilfe eines Magnetfelds äußerst detaillierte Bilder. Wie bei einer CT wird die Patientin oder der Patient in eine Röhre geschoben. Darin befindet sich ein extrem starker Magnet, der die Kerne von Wasserstoffatomen dazu bringt, sich in die gleiche Richtung auszurichten. Diese Anordnung wird durch Radiowellen durcheinandergebracht und stellt sich anschließend wieder her. Aus der Energie, die dabei entsteht, werden Schicht für Schicht äußerst genaue Bilder errechnet und zu dreidimensionalen Aufnahmen zusammengefügt.

Die Erzeugung der Radiowellen verursacht laute Klopfgeräusche, weshalb die untersuchten Personen Kopfhörer oder Ohrstöpsel tragen. Die Untersuchung selbst dauert im Schnitt 20 bis 30 Minuten. Dabei ist es wichtig, sich nicht zu bewegen. Da das medizinische Personal während der Untersuchung den Raum verlässt, bekommt man einen Rufknopf, den man notfalls betätigen kann. MRTs sind besonders für die Diagnose und Beobachtung von Tumoren geeignet, aber auch alle anderen weichen Strukturen lassen sich hervorragend darstellen: das Gehirn und andere innere Organe, Knorpel, Muskeln, Bänder und Sehnen, Meniskus, Bandscheiben und Rückenmark.

Wegen des Magnetismus ist die Untersuchung für Menschen, die Metall im Körper tragen (zum Beispiel einen Herzschrittmacher oder künstliche Gelenke) meist nicht geeignet. Auch Schwangeren in den ersten drei Monaten wird aus Sicherheitsgründen von einer MRT abgeraten.

Generell gilt bei den verschiedenen Verfahren, dass vor den Untersuchungen ein Aufklärungsgespräch mit dem Arzt bzw. der Ärztin stattfindet, in dem insbesondere auf die Risiken der jeweiligen Untersuchung eingegangen wird.

© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG)
Text: Susanne Schneider, www.freistil-texte.de
Redaktion: Andrea Sudiana, E-Mail: asudiana@lzg-rlp.de


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