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Wann ist die Einnahme von Vitamin D notwendig?

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Vitamin D ist eigentlich kein Vitamin, sondern ein wichtiges Hormon, das wir das ganze Jahr über für viele Körperfunktionen benötigen. Allerdings kommt das Vitamin nur teilweise in unserer Nahrung vor, wie zum Beispiel in Eigelb, Rinderleber, fettem Seefisch und Milch, sowie in Avocado und Champignons. Doch hauptsächlich wird das Vitamin über die Haut gebildet. Dafür ist Sonnenlicht notwendig. Dies ist zumindest in den Sonnenmonaten ausreichend, so lautete lange Zeit die Lehrmeinung.

Wann herrscht ein Vitamin D-Mangel?

Immer häufiger aber wird bei Blutuntersuchungen ein Vitamin D-Mangel festgestellt. Davon ist die Rede, wenn der Wert im Blutserum unter 20 ng/ml fällt. Dies ist zum Erstaunen von Ärzten oft auch bei solchen Patienten der Fall, die sich viel unter freiem Himmel aufhalten, wie etwa Menschen, die in der Landwirtschaft oder auf Baustellen arbeiten. Offenbar ist in puncto Vitamin D-Bildung noch nicht alles zur Genüge erforscht. Hinzu kommt, dass wir zunehmend auch in den Sonnenmonaten viel Zeit in geschlossenen Räumen verbringen. Und das Sonnenlicht, das durch ein Fenster eintrifft, hat nur noch ein Zehntel seiner ursprünglichen Strahlkraft. Auch hier scheint ein Grund für eine zunehmende Mangelversorgung von Vitamin D zu liegen. Außerdem beträgt bei älteren Menschen die hauteigene Produktion des Vitamins nur noch ein Viertel der vormaligen Leistung. Mit der Ernährung alleine lässt sich die notwendige Menge nicht ausgleichen, da müssten täglich schon an die 20 Eier gegessen werden. Aber: Ein Vitamin D-Mangel zeigt gesundheitliche Auswirkungen.

Vitamin D und Knochengesundheit

Eine wichtige Funktion des Vitamins besteht im Erhalt von stabilen Knochen. Vitamin D reguliert den Aufbau und Abbau des Knochengewebes. Ein chronischer schwerer Mangel erhöht das Risiko einer Knochenausdünnung (Osteoporose) oder Knochenerweichung (Osteomalazie). Mit einem ausgeglichenen Vitamin D-Spiegel lässt sich die Anzahl der Knochenbrüche im Alter um ein Drittel reduzieren. Allerdings ist es nicht empfehlenswert, dann besonders hohe Dosen einzunehmen, denn es ist nicht bewiesen, ob ein stark erhöhter Vitamin D-Spiegel nutzt. Vielmehr zeigte eine kürzlich veröffentlichte Studie, dass die hoch dosierte monatliche Vitamin D-Gabe bei älteren Menschen sogar zu mehr Knochenbrüchen führt, anstatt zu weniger.

Vitamin D und Erkältung

Daneben entdeckten die Wissenschaftler immer mehr Bereiche, in denen Vitamin D ebenfalls eine wichtige Rolle spielt. Dazu gehören positive Wirkungen auf das Immunsystem. Gerade jetzt, in 2017, wurde eine Meta-Analyse veröffentlicht, welche die Ergebnisse verschiedener großer Studien in Bezug auf Erkältungsschutz miteinander verglich. Das Ergebnis: Der Schutzeffekt von Vitamin D beträgt zwölf Prozent. Hier hilft aber nur die regelmäßige Einnahme des Vitamins, also entweder täglich oder wöchentlich. Die Gabe von einmaligen Hochdosierungen bringt hier nichts, der Effekt lässt sich auch nicht verallgemeinern. Wer einen ausgeprägten Vitamin D-Mangel von weniger 20 ng/ml besitzt, profitiert stärker. Wer keinen Mangel hat, bei dem zeigen sich weniger Schutzeffekte. Es wird diskutiert, ob die positive Wirkung auf das Immunsystem auch Einfluss auf das Krebsrisiko hat.

Vitamin D und Kopfschmerzen

Positive Ergebnisse gibt es auch in Bezug auf Kopfschmerzen: Denn diese können mit einem niedrigen Vitamin D-Spiegel im Blut zusammenhängen, zeigte eine finnische Studie. Männer mit Spiegeln von unter 28.9 ng/ml leiden doppelt so häufig unter chronischen Kopfschmerzen wie Männer mit hohen Vitamin D-Werten von mehr als 55 ng/ml. Dieser Zusammenhang wird nun weiter untersucht. Es muss noch geklärt werden, wie sich der Schmerz lindernde Effekt bei Frauen verhält und ob es Unterschiede in Bezug auf die verschiedenen Kopfschmerzarten wie Migräne, Spannungskopfschmerz und so weitergibt.

Weitere Wirkungen

Nicht vorenthalten möchten wir auch Studienergebnisse, die belegen, dass ein genetisch bedingter Vitamin D-Mangel die Gefahr erhöht, an Multipler Sklerose zu erkranken und sich das Risiko reduziert, wenn Vitamin D ersetzt wird. Auch Erkrankungen wie Arteriosklerose, also Gefäßverkalkung, Diabetes und die Parkinson’sche Erkrankung hängen nach Studiendaten sehr wahrscheinlich mit einem Vitamin D-Mangel zusammen.

Wie auch immer, das letzte Kapitel zum Thema Vitamin D ist noch nicht geschrieben, es bleibt spannend, wir bleiben für Sie dran.

Fazit

Als Allheilmittel scheint Vitamin D nicht zu fungieren. Wenn Sie denken, von einem Vitamin D-Mangel betroffen zu sein, sollten Sie zunächst bei Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt Ihren Blutwert bestimmen lassen. Liegt der Wert im Blutserum unter 20 ng/ml, liegt ein Mangel vor und die Einnahme könnte sinnvoll sein. Dies gilt in besonderem Maße für ältere Menschen, deren Haut die Produktion des Vitamins nicht mehr so gut gelingt. Besprechen Sie das mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, denn Vitamin D ist zwar freiverkäuflich, aber die ärztliche Begleitung ist durchaus ratsam.

Kritisch scheint die monatliche Einnahme von hochdosierten Depotpräparaten zu sein, weshalb Sie Vitamin D bis zum Vorliegen eindeutiger Studienergebnisse besser täglich oder wöchentlich einnehmen sollten. Bei schwangeren Frauen ist Vorsicht geboten: Es gibt Untersuchungen, nach denen sich das Risiko für das Kind erhöht, später eine Nahrungsmittelallergie zu entwickeln.

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Text: Dr. Beatrice Wagner, www.beatrice-wagner.de
Redaktion: Marielle Becker


 

Weiterführende Links

Artikel des Robert Koch Instituts „Vitamin-D-Status in der deutschen Wohnbevölkerung“ vom 29.03.2012 Zur Website

Ausgewählte Fragen und Antworten zu Vitamin D, herausgegeben von der Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) Zur Website

Beitrag des Südwestrundfunks, Landesschau Rheinland-Pfalz „Vitamin D – Allheilmittel für die dunkle Jahreszeit?“ vom 28.12.2016, mit ca. 5-minütigem Video Zur Website

 


 

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