Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V.
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Leben und Wohnen

Grundlagen für Ihren Weg zur Gründung einer Wohn-Pflege-Gemeinschaft

Wohn-Pflege-Gemeinschaften (WPG) folgen dem Prinzip der gemischten Unterstützungsarrangements mit größtmöglicher Selbstbestimmung. Bewohnerinnen und Bewohner, Betreuerinnen und Betreuer, Angehörige und Pflegedienste sind gemeinsam beteiligt.

Wer kann die Gründungsinitiative übernehmen?

Die Initiative zu einer Wohn-Pflege-Gemeinschaft kann von unterschiedlichen Initiativen ausgehen. Allen gemeinsam ist, dass das Projekt nur dann gelingt, wenn Akteure aus verschiedenen Bereichen der Gesellschaft zusammenarbeiten.

Hier entscheiden häufig die Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf gemeinsam mit Angehörigen und gesetzlichen Betreuerinnen und Betreuern und suchen den entsprechenden Wohnraum und die Unterstützungsarrangements selbst.

Hier geht die Initiative von einem ambulanten Dienst aus, der für seine Kundinnen und Kunden ein neues Angebot schaffen möchte.

Hier geht die Initiative von Immobilieneigentümern aus. Diese können aus dem privaten oder öffentlich-rechtlichen Bereich der Wohnungsbaugesellschaften kommen.

Hier geht der Impuls von der Sozialpolitik oder der Baupolitik der Kommune aus, etwa wenn eine neue Nutzung für frei gewordene Immobilien gesucht wird.

Nicht immer müssen alle Akteure an der Umsetzung beteiligt sein. Die bisherige Erfahrung zeigt aber, dass besonders gelungene und nachhaltige Projekte dort entstanden sind, wo die Entwicklung im kommunalpolitischen Interesse mit bürgerschaftlichem und privatem Engagement vorangetrieben und unterstützt wurde.

Wer ist die Zielgruppe?

In den letzten Jahren haben sich im Wesentlichen drei Zielgruppen herausgebildet:

  • Wohn-Pflege-Gemeinschaft für alleinstehende ältere Menschen mit beginnenden Mobilitätseinschränkungen
  • Wohn-Pflege-Gemeinschaft für ältere Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz (Demenz) oder Pflegebedarf, deren Betreuungsbedürfnisse mit ambulanten Hilfen zu Hause nicht (mehr) gewährleistet werden können
  • Wohn-Pflege-Gemeinschaft für Menschen mit Behinderungen und erheblichem Assistenzbedarf.

An dieser Stelle sollten Sie sich für Ihre Region überlegen, welche Zielgruppe Sie ansprechen möchten.

Darüber hinaus bietet es sich an, im Vorfeld die (Rechts-)Beziehungen der Bewohner untereinander zu regeln. Um ihren gesamten Hilfe- und Unterstützungsbedarf zu decken, müssen die Bewohner einer Wohn-Pflege-Gemeinschaft Leistungen verschiedener Anbieter in Anspruch nehmen und mit diesen entsprechende Verträge schließen.

Im Unterschied zu einer stationären Einrichtung werden die Kosten in WPGs nicht monatlich an eine Institution entrichtet, sondern jeweils gesondert an unterschiedliche Leistungserbringer bezahlt.

Diese Übersicht zeigt, welche Verträge notwendig sind, und gibt Tipps, worauf bei deren Gestaltung zu achten ist. Selbstverständlich sind dies nur allgemeine Hinweise. Im Einzelfall kann eine weitergehende Beratung oder gar eine Rechtsberatung erforderlich sein.

Die Broschüre der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz befasst sich neben den mit Dritten zu schließenden Verträgen auch mit dem Abschluss einer Gemeinschaftsvereinbarung durch die Bewohner. 

Details finden Sie hier.