Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V.
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Gesundheit in der Kommune

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Das Beratungsangebot der KGC

Die Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit (KGC) Rheinland-Pfalz (RLP) berät Kommunen beim Aufbau und der Umsetzung integrierter kommunaler Strategien zur Gesundheitsförderung und Prävention: Sie führt Beratungsgespräche durch, unterstützt bei Veranstaltungen, hält Infomaterialien bereit und gibt weitere Hilfestellungen zur Umsetzung kommunaler Projekte.

Im Gespräch mit den Kommunen gilt es zunächst herauszufinden, welche Angebote und Strukturen für die Verbesserung von Gesundheitsförderung auf kommunaler Ebene sinnvoll sind. Die KGC vernetzt und berät die Akteure miteinander – und achtet dabei auf die sensible Ansprache vulnerabler (vulnerabel = verwundbar) Personengruppen. Sie stärkt die sektorenübergreifende Zusammenarbeit, indem sie gemeinsam mit der Kommune erörtert, welche Partner für die geplanten Schritte benötigt werden und wie man sie in das Vorhaben einbeziehen kann. Ziel ist die Etablierung integrierter kommunaler Strategien.

Die KGC verschafft Kommunen darüber hinaus Zugang zum „Kommunalen Partnerprozess“. Das bundesweite Netzwerk wurde 2011 von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gestartet, um Kommunen im Auf- und Ausbau von integrierten kommunalen Strategien zur Gesundheitsförderung zu unterstützen.

Kommunaler Partnerprozess bundesweit und in Rheinland-Pfalz

Häufig haben Kommunen bereits eine Reihe guter Unterstützungsangebote etabliert und leisten damit einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung der gesundheitlichen Chancengleichheit. Diese müssen nur gut miteinander verknüpft werden ganz nach dem Motto: „Wer nebeneinander arbeitet, addiert – wer zusammenarbeitet, multipliziert.“

Der Partnerprozess wird im Rahmen des Kooperationsverbundes Gesundheitliche Chancengleichheit und in Zusammenarbeit mit den kommunalen Spitzenverbänden und dem Gesunde Städte-Netzwerk (GSN) durchgeführt. Er konzentrierte sich ursprünglich auf die Gesundheitsförderung von Kindern und Jugendlichen, richtet sich seit 2015 unter dem Namen „Gesundheit für alle“ aber an Menschen in allen Lebensphasen.

Der kommunale Partnerprozess ist eine Lern- und Netzwerk-Plattform für Kommunen. Im Bundesland Rheinland-Pfalz sind folgende Kommunen/Städte dem kommunalen Partnerprozess beigetreten:

  • Katzenelnbogen (Verbandsgemeinde)
  • Neuwied (Landkreis)
  • Trier (Stadt)
  • Aktivregion Rhein-Wied (VG Waldbreitbach, VG Linz am Rhein, VG Bad Hönningen)

Die KGC Rheinland-Pfalz führte bereits viele Aktionen und Veranstaltungen mit unterschiedlichen Kommunen durch, weiterhin steht sie diesen Kommunen zu Themen der kommunalen Gesundheitsförderung beratend zur Seite und bestärkt sie in ihren Vorhaben. Daneben unterstützt die KGC bei Fachveranstaltungen und Workshops.

Dokumentationen zu den durchgeführten Veranstaltungen finden Sie unter Veranstaltungen.

Warum auch Sie am Kommunalen Partnerprozess teilnehmen sollten:

  • Bereits mehr als 60 offizielle Partnerkommunen haben sich bundesweit dem Partnerprozess angeschlossen und nutzen die Beratungsangebote durch die KGC und die Angebote durch den Kooperationsverbund „Gesundheitliche Chancengleichheit“.
  • Über die Internetplattform „inforo-online“ stehen Sie im regen Austausch mit weiteren Kommunen, die Maßnahmen zur Gesundheitsförderung in die Wege geleitet haben. So können Sie Ihre Erfahrungen weitergeben und von den Ideen und Erfolgen der mitmachenden Kommunen profitieren.
    Hier geht es zu Inforo.
  • Die KGC unterstützt vor allem beim Aufbau von integrierten Strategien. Das Pa­pier „GESUNDHEIT.MACHT.KOMMUNE.STARK“, herausgegeben vom Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit, fasst sechs gute Gründe zum Auf- und Ausbau integrierter kommunaler Strategien zusammen.
    Zum Papier "Gesundheit.Macht.Kommune.Stark".

Der Auf- und Ausbau einer integrierten kommunalen Strategie zur Gesundheitsförderung (oft Präventionskette genannt) ist ein gesamtstrategisches Vorgehen verschiedener Politikbereiche und Verwaltungsressorts. Ziel ist es, in Städten und Gemeinden gesundheitsförderliche Lebenswelten und Angebote für alle Altersgruppen im Sinne gesundheitlicher Chancengerechtigkeit zu schaffen, damit alle Menschen gut und gesund aufwachsen, ein Leben in Wohlbefinden führen und gesund älter werden können.

Umgesetzt werden diese Strategien mit und in den Kommunen. Statt „das Rad immer wieder neu zu erfinden“, werden die guten Ansätze und Strukturen ausgebaut und weiterentwickelt: Gelungene Projekte im Bereich Gesundheitsförderung und Prävention werden verstetigt, greifen besser und systematischer ineinander, Angebotslücken können durch neue Maßnahmen geschlossen werden.

Quelle Buch „Gesund aufwachsen für alle Kinder! Herausforderungen und Chancen beim Aufbau von Präventionsketten in Kommunen“ BZgA S.16

 

Die KGC RLP unterstützt Kommunen und kommunale Akteure im Aufbau von integrierten kommunalen Strategien.

Beispiel Highlightbericht Katzenelnbogen.  

Wir empfehlen Ihnen folgende Links zum Thema Präventionskette:

Werkbuch Präventionsketten

Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit (Partnerprozess/Materialien)

Drei Schritte zum Aufbau einer integrierten kommunalen Strategie

Der Aufbau einer integrierten kommunalen Strategie zur Gesundheitsförderung ist ein gesamtstrategisches Vorgehen verschiedener Politikbereiche und Verwaltungsressorts. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine solche Strategie zu etablieren. Bewährt hat sich eine Prozessgestaltung entlang der drei Phasen „Auftauen“, „Umsetzen“ und „Verstetigen“. Diese wollen wir Ihnen im Folgenden näher erläutern.

Eine ausführliche Handreichung zum Auf- und Ausbau integrierter kommunaler Strategien zur Gesundheitsförderung und Prävention hat der Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit im Dezember 2019 publiziert.

Zum Auftaupapier

Das Kernelement dieses Teilprozesses ist es, verschiedene Schlüsselakteure zusammenzubringen und eine mögliche gemeinsame Arbeitsweise zu besprechen. In der Auftauphase lassen sich Akteure auf Veränderungen und neue Aufgaben ein und entwickeln ein gemeinsames Verständnis von Gesundheit und Gesundheitsförderung. Darüber hinaus wird ein einheitliches Problemverständnis und eine gemeinsame Zielorientierung festgelegt. Welchen Bezug haben die verschiedenen Ressorts zum Thema Gesundheit/ Gesundheitsförderung? Welche Erfahrungen können die Beteiligten einbringen?

Wie kann ein Auftauprozess gelingen?

  • Einrichten einer Steuerungsgruppe/Arbeitsgruppe, die sich regelmäßig trifft und festgelegte Ziele verfolgt.
  • Verlässliche Koordination dieser Gruppe: Ein Koordinator lädt ein und übernimmt die Vor- und Nachbereitung. Bestenfalls sind mehrere Personen mit diesen Aufgaben betraut.
  • Absichtserklärung oder Entscheidung zum Einstieg in eine integrierte kommunale Strategie zur Gesundheitsförderung auf kommunal politischer Ebene.
  • Beteiligungsorientierte Gesundheitswerkstätten/Fachtage etc.

In der Umsetzungsphase setzen sich die Akteure und Institutionen dem Handlungsbedarf entsprechend Ziele und entwickeln hierfür Maßnahmen, die nachhaltig umgesetzt werden sollen. Die Vorhaben können sich auf bestimmte Gruppen wie z.B. erwerbslose Menschen oder sozial schwache Menschen fokussieren, oder aber auf eine bestimmte Lebenswelt wie z.B. Kita, Schule, Betrieb usw.

Oftmals sind mehrere Bereiche in das Projekt involviert und der Erfahrungsschatz anderer Institutionen und Akteure kann von großem Nutzen sein. Wer kann welche Ressourcen und Fähigkeiten in den Prozess einbringen?

Wie kann die Umsetzung gelingen?

  • Verknüpfung von Top-Down- und Bottom-up-Prozessen
  • Qualitätsentwicklung mithilfe der Good-Practice-Kriterien
  • Öffentlichkeitsarbeit um auf das Thema und die Erfolge aufmerksam zu machen
  • Förder- und Finanzmittelgeber (auch der Vernetzung wegen)
  • Fehlerkultur
  • Austausch mit andern Kommunen, Inspirationen suchen

In der Phase der Verstetigung wird Gesundheitsförderung nicht nur als Querschnittsaufgabe verstanden, sondern auch als solche umgesetzt. Etablierte Kooperationsstrukturen sollen als Standard weiter erhalten und gepflegt werden. Bei sich ändernden Handlungsbedarfen werden gemeinsam neue Ziele und Maßnahmen entwickelt. Nach deren Umsetzung beginnt der Umsetzungskreislauf von neuem.

Wie kann die Verstetigung gelingen?

  • Eine gesicherte Datengrundlage, z.B. durch eine Gesundheitsberichterstattung
  • Flexibilität im Prozess, Anpassung der Maßnahmen, Zielgruppe etc.
  • Festgelegte Regeln der Zusammenarbeit