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Aktionstag zur Prävention der Glücksspielsucht

27. September 2017

Die 16 Regionalen Fachstellen Glücksspielsucht in Rheinland-Pfalz, deren Präventionsarbeit von der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) koordiniert wird, klären am 27. September 2017 mit verschiedenen Aktionen über das Krankheitsbild Glücksspielsucht auf und informieren über Wege der Hilfe und Selbsthilfe, auch für Angehörige. Ziel ist zudem, Möglichkeiten der Vorbeugung aufzuzeigen und die Handlungssicherheit im Umgang mit betroffenen Personen zu stärken.

Glücksspielsucht ist in Deutschland eine anerkannte psychische Erkrankung, die nach Erkenntnissen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA, 2016) bei 0,37 Prozent der 16- bis 70-Jährigen in der deutschen Bevölkerung vorkommt. Zusätzlich weisen 0,42 Prozent problematisches Glücksspielverhalten auf. Bezogen auf Rheinland-Pfalz bedeutet das, dass bei ca. 23.000 Menschen ein mindestens problematisches Glücksspielverhalten vorliegt.

16,1 Prozent der Betroffenen weisen zudem mehr als 25.000 Euro Schulden auf, wie die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) 2017 feststellte. Aktuell ist ein Wandel von terrestrischen Angeboten hin zu Online-Glücksspielen zu beobachten. Vor allem Sportwetten werden immer mehr Menschen – gerade jüngeren – zum Verhängnis. Durch die Expansion der Wettbüros und die vielen Spielmöglichkeiten im Internet gibt es zunehmend Gelegenheiten, Geld einzusetzen und zu verlieren – und damit letztendlich die eigene Existenz aufs Spiel zu setzen.

Der Aktionstag findet parallel in allen Bundesländern statt und wird von der BZgA begleitet. „Oft wird die Gefahr der Abhängigkeit unterschätzt, die von Glücksspielen ausgehen kann“, erklärt der Geschäftsführer der LZG, Dr. Matthias Krell. „Viele Spielerinnen und Spieler glauben, man könne den Ausgang eines Glückspiels beeinflussen, z.B. durch Strategien oder Wissen. Dabei ist ein Gewinn allein durch Zufall bestimmt, egal ob im Spielsalon, am Pokertisch, im Sportwettbüro oder am PC daheim“, so Krell. Dass Menschen, die zu Glücksspielen neigen, dies erkennen, sei für die Prävention essenziell und ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem reflektierten und verantwortungsbewussten Umgang damit.

Die Aktionen der Regionalen Fachstellen Glücksspielsucht reichen von Informationsständen in Fußgängerzonen, über Veranstaltungen mit und in Schulen bis hin zu Filmvorführungen mit thematischen Schwerpunkten (beispielsweise Sportwetten oder Selbstsperre). Auch die Median-Kliniken in Daun werden sich in diesem Jahr am Aktionstag beteiligen. 

Die Regionalen Fachstellen Glücksspielsucht sind Teil des rheinland-pfälzischen Landesprogramms „Glücksspielsuchtprävention und Beratung Spielsüchtiger“. Dieses wird von der Landesfachstelle „Prävention der Glücksspielsucht RLP“ der LZG im Auftrag des Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie koordiniert. Die LZG leistet zudem fachliche Begleitung bei Fragen zur Prävention. Als wissenschaftliche Begleitung sowie in Fragen der Beratung steht den Regionalen Fachstellen die Ambulanz für Spielsucht der Universität Mainz als Ansprechpartnerin zur Verfügung.

An folgenden Orten finden zum Beispiel Veranstaltungen statt:

  • Idar-Oberstein: Straßenaktion: Willst auch Du endlich mal gewinnen?
  • Ludwigshafen / Bad Dürkheim: Telefonsprechstunde
  • Mainz: Infoaktion an der Berufsbildenden Schule
  • Zweibrücken / Pirmasens: Aktionen zur Selbstsperre
  • Oppenheim: Multiplikatorenschulung zur Prävention der Internetsucht
  • Worms: Informationsveranstaltung mit zwei Schulen in der Beratungsstelle
  • Median-Kliniken Daun-Altburg: Kinovorführung „Treppe Aufwärts“ mit Infoveranstaltung

Fachtag zum Thema Sportwetten

Unter dem Titel „Sportwetten - Spaß ohne Risiko?“ veranstaltet die LZG am 18. Oktober 2017 (9:00 bis 16:00 Uhr) in Mainz einen Fachtag zur Prävention der Glücksspielsucht. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung sind zu finden unter https://www.lzg-rlp.de/de/fachtag-gss.html 

V.i.S.d.P. Dr. Matthias Krell, Geschäftsführer

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