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Bewegung für alle!

Sport- und Bewegungsangebote ermöglichen die Teilhabe von Menschen mit Demenz

Der Wert von körperlicher Aktivität ist unbestritten: Bewegung hält fit, fördert das Wohlbefinden und bringt das Gehirn auf Trab. Das gilt auch für Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Damit Menschen mit Demenz von Sport- und Bewegungsangeboten profitieren können, müssen diese aber auf die speziellen Bedürfnisse der Zielgruppe zugeschnitten sein. Darauf machte die Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfe des von der Landesregierung eingerichteten Landesgremiums Demenz Rheinland-Pfalz mit einem Fachtag in Mainz aufmerksam.

Unter dem Motto „Bewegung für alle!“ wiesen die Initiatoren, zu denen auch die Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) gehörte, darauf hin, dass Sport- und Bewegungsangebote nicht nur die Gesundheit von Menschen mit Demenz fördern, sondern auch ihre gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen.

„Teilhabe ist ein Grundrecht, das für alle Menschen gilt – egal, welchen sozialen, kulturellen oder gesundheitlichen Hintergrund sie haben. Gerade für Menschen mit Demenz, die häufig von Rückzug und Vereinsamung bedroht sind, ist es wichtig, dabei zu sein und an sozialen Aktivitäten teilnehmen zu können“, betonte Dr. Christiane Liesenfeld vom Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie, das die Veranstaltung im Rahmen der Demenzstrategie Rheinland-Pfalz förderte. Bewegungsangebote für Menschen mit Demenz seien ein Ansatz für mehr gesellschaftliche Teilhabe. Der Fachtag zeige, mit welchen Maßnahmen dies gelingen könne.

Professor Wildor Hollmann: Bewegung kann Demenz entgegenwirken

Für Menschen mit Demenz, die unter Gedächtnis- und Orientierungsproblemen leiden und ein erhöhtes Sturzrisiko haben, sind die regulären Sportangebote meist nicht geeignet. Die Übungen sind zu schwierig, der Ablauf zu schnell und die Instruktionen unverständlich. Der Vergleich mit den Jüngeren, die es besser können, ist für Menschen mit Demenz frustrierend. Das macht ihnen eine Teilnahme an gewöhnlichen Übungsstunden fast unmöglich.

Dabei kann körperliche Aktivität dem Auftreten von Demenz entgegenwirken und das Fortschreiten einer Alzheimer-Erkrankung signifikant verlangsamen, wie Prof. Wildor Hollmann von der Deutschen Sporthochschule Köln erklärte. Der Sportmediziner, mit 92 Jahren ältester aktiver Professor Deutschlands, führte in die Thematik „Gehirn, Demenz und körperliche Aktivität“ ein. Obwohl die genauen Ursachen noch weitgehend unklar seien, kenne man Risikofaktoren, die eine Demenz begünstigen. Bewegungsmangel stehe hier ganz oben. Deshalb lautete eine der wichtigsten Botschaften Hollmanns: „Werden Sie nicht träge. Bleiben Sie in Bewegung. Es ist nie zu spät mit einem aktiven Lebensstil zu beginnen!“.

Bewegung fördert das Miteinander von Menschen mit und ohne Demenz

Peter Wißmann vom Demenz Support Stuttgart stellte fest, dass Bewegung bei älteren Menschen, ob mit oder ohne Demenz, vor allem unter dem Aspekt von Gesundheit betrachtet werde. Eine weitaus spannendere Frage für ihn aber sei: Welchen Beitrag können Bewegung und Sport dazu leisten, Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen? Anhand von Praxisbeispielen und Erfahrungen aus dem Projekt „Was geht! Sport, Bewegung und Demenz“ zeigte er auf, dass noch eine ganze Menge geht: Von der Wandergruppe über Tanzen und Kanufahren bis hin zu Schwimmangeboten für Menschen mit und ohne Demenz. Die zentrale Botschaft Wißmanns lautete: Bewegung hält eine Vielfalt an Chancen bereit, ein gutes Miteinander von Menschen mit und ohne Demenz auf den Weg zu bringen. Dieses Potenzial dürfe nicht ungenutzt bleiben.

Tipps aus der Praxis – für die Praxis

Wie es gelingen kann, Bewegungsangebote – ob in Vereinen oder in der stationären Pflege – für Menschen mit Demenz zugänglich zu machen, zeigten vier Praxisforen. Von der Anleitung, wie ein Gruppenangebot für Menschen mit Demenz installiert werden kann, über das Vorstellen praktischer Übungen bis hin zu Ratschlägen für eine „demenzfreundliche Vereinskultur“ und eine „bewegte Pflege“ wurden hier viele praxisnahe Informationen vermittelt.

Bereits existierende Bewegungsangebote für Menschen mit Demenz in Rheinland-Pfalz werden im Anschluss an die Fachveranstaltung mit Hilfe der Arbeitsgemeinschaft „Selbsthilfe“ des Landesgremiums Demenz zusammengestellt. Eine Homepage soll sie zukünftig allen Interessierten zugänglich machen.

Kooperationspartner

Der Fachtag entstand in Kooperation der Arbeitsgemeinschaft „Selbsthilfe“ des Landesgremiums Demenz Rheinland-Pfalz mit dem Stiftungsfonds DiaDem der Stiftung Diakonie Hessen, dem Rheinhessischen Turnerbund (RhTb), dem Pfälzer Turnerbund, der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz (KDÖR), der Pflegegesellschaft Rheinland-Pfalz und der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG).

V.i.S.d.P. Dr. Matthias Krell, Geschäftsführer


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