Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V.
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Presse

Mit Spenderlunge beim Mainzer Firmenlauf

Initiative Organspende stattet 7.000 Startertüten mit Organspendeausweisen aus

Die fünf Kilometer lange Strecke durch die Mainzer Innenstadt zu bewältigen, war für Olaf Neuke nicht immer nur eine Frage des Trainings. Der 51-Jährige lebt seit fast drei Jahren mit einer Spenderlunge. „Vor der Transplantation reichte meine Luft noch nicht einmal, um in den ersten Stock unseres Hauses zu kommen“, berichtet Neuke. Dieses Jahr ist er beim Mainzer Firmenlauf am 6. September aktiv dabei. Gemeinsam mit den 17 Läuferinnen und Läufern der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) streift er sich das T-Shirt mit dem Logo der Initiative Organspende Rheinland-Pfalz über.

„Wir möchten mit unserer Aktion für die persönliche Entscheidungsfindung zum Thema Organspende werben, egal wie sie ausfällt. Dass man mit einem ‚Ja‘ zur Organspende Leben retten kann, wird eindrucksvoll an Menschen wie Olaf Neuke deutlich, der ohne die gespendete Lunge heute nicht dabei sein könnte“, freut sich Dr. Matthias Krell, Geschäftsführer der LZG, über das neue Mitglied im Laufteam. Damit alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Firmenlaufs ihre persönliche Entscheidung dokumentieren können, wurden rund 7.000 Organspendeausweise in die Startertüten gepackt. Krell hofft, dass möglichst viele ausgefüllt werden. Er rät, den Ausweis zusammen mit dem Personalausweis oder der Krankenversicherungskarte aufzubewahren und zusätzlich auch die Familie über die Entscheidung zu informieren.

„Sportveranstaltungen wie der Mainzer Firmenlauf sind tolle Gelegenheiten, um das Thema Organspende ins Gespräch zu bringen und zu zeigen, dass hinter Transplantationszahlen und Wartelisten menschliche Schicksale stehen“, ist Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler überzeugt. Umfragen bescheinigen der Organspende eine hohe gesellschaftliche Akzeptanz, dennoch hat nur etwa jeder Dritte seine Haltung in einem Ausweis dokumentiert. „Um das zu ändern, müssen wir in der Aufklärungsarbeit ständig neue Impulse setzen“, so die Gesundheitsministerin. Sie ergänzt: „Eine Trendwende in den Spendenzahlen kann jedoch nur herbeigeführt werden, wenn der Stellenwert der Organspende im Klinikalltag erhöht wird und die Abläufe des Organspendeprozesses verbessert werden. Auch die aktuell von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vorgeschlagene Widerspruchsregelung ist aus meiner Sicht eine Maßnahme, die dazu beitragen kann, die Zahl der Organspenden zu erhöhen.“ Mit einem neuen Gesetz will die Landesregierung die strukturellen Rahmenbedingungen weiter entwickeln und die Position von Transplantationsbeauftragten an Kliniken stärken.

Initiative Organspende Rheinland-Pfalz

Die Initiative Organspende Rheinland-Pfalz, ein Bündnis verschiedener Gesundheitspartner, arbeitet unter der Federführung der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) daran, den Menschen Mut zur rechtzeitigen Entscheidungsfindung zu machen. Die Projekte werden finanziell unterstützt durch das Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie RLP sowie durch die gesetzlichen Krankenkassen. Ziel der Aufklärungsarbeit ist, dass möglichst jede Bürgerin und jeder Bürger in Rheinland-Pfalz eine persönliche Entscheidung pro oder contra Organspende im Falle des Hirntodes trifft und diese auch mittels Organspendeausweis dokumentiert.

Weitere Informationen unter www.initiative-organspende-rlp.de

Hinweis für die Medien

Olaf Neuke steht Ihnen gerne für Statements oder Interviews zur Verfügung. 

Olaf Neuke litt unter einer systemischen Sklerose und einer Lungenfibrose, die beide Flügel seines Atemorgans zerstörten. Zwei Jahre lang war ein Sauerstoffgerät sein ständiger Begleiter. Aber die Luft zum Atmen reichte zum Schluss noch nicht einmal mehr aus, um sich einen Strumpf über den Fuß zu ziehen. Die Ärzte gaben ihm im Oktober 2015 „noch höchstens drei Monate“. Doch Olaf Neuke hatte Glück. Im November 2015 wurde ihm eine Spenderlunge transplantiert. Er kämpfte sich ins Leben zurück. Bereits zwei Wochen nach der OP trainierte er wieder am Ergometer. Sein Ziel: Im Sommer 2017 bei der Transplantierten-WM in Malaga dabei zu sein. Hier startete er in den Disziplinen 100- und 200-Meter-Lauf sowie auf der 5-km-Radstrecke. Seinen ersten 5-km-Lauf absolvierte Olaf Neuke im Herbst 2017, weniger als zwei Jahre nach seiner Transplantation.

Bitte wenden Sie sich für Anfragen an
Birgit Kahl-Rüther, Telefon 06131 2069-15 E-Mail oder
Monika Seibel, Telefon 06131 2069-49 E-Mail

V.i.S.d.P. Dr. Matthias Krell, Geschäftsführer

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