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Prävention der Glücksspielsucht – Aktionstag online

10 Jahre Landesprogramm „Glücksspielsuchtprävention und Beratung Spielsüchtiger“ in Rheinland-Pfalz

Der letzte Mittwoch im September steht bundesweit im Zeichen der Prävention der Glücksspielsucht. 2020 findet der Aktionstag Glücksspielsucht in Rheinland-Pfalz erstmals digital statt. Er ist eingebunden in ein Jubiläum: Seit zehn Jahren besteht in Rheinland-Pfalz das Landesprogramm „Glücksspielsuchtprävention und Beratung Spielsüchtiger“.

Das Referat Suchtprävention der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) nahm das Jubiläum zum Anlass, eine dreiteilige Online-Veranstaltungsreihe zu konzipieren. Sie startet am 30. September 2020, dem Aktionstag Glücksspielsucht, mit einem Vortrag über „10 Jahre Koordination des Landesprogramms – Glücksspielsuchtprävention bekommt ein Gesicht“. Es referieren Nina Roth und Caroline Reusch, beide Referat Suchtprävention der LZG.

Fortgesetzt wird die Reihe am 7. Oktober 2020 mit Dr. Klaus Wölfling und Dr. Michael Dreier von der Ambulanz für Spielsucht der Universitätsmedizin Mainz. Sie fassen unter dem Titel „Zahlen, Fakten und klinischer Alltag des Landesprogramms“ zusammen, wie sich in den letzten zehn Jahren die Versorgung in Rheinland-Pfalz und die Struktur der Klientinnen und Klienten entwickelt hat und geben einen Ausblick auf die Zukunft im Bereich Glücksspielsucht.

Am 21. Oktober 2020 beschließt Anke Quack, Leiterin des Kompetenzzentrums Spielerschutz und Prävention der Universitätsmedizin Mainz, die Reihe. Ihr Thema lautet „In der Hoffnung auf den großen Gewinn: Motive für die Glücksspielteilnahme und Nutzung von Spielerschutzmaßnahmen. Ergebnisse einer Befragung von Lottospieler*innen in Rheinland-Pfalz.“

Glücksspielsucht ist eine Krankheit

Glücksspielsucht ist in Deutschland eine anerkannte psychische Erkrankung. In Rheinland-Pfalz liegt nach Erkenntnissen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA, 2016) bei rund 23.000 Menschen ein mindestens problematisches Glücksspielverhalten vor. In den letzten Jahren haben internetbasierte Glücksspiele und Sportwetten stark zugenommen. Sie ziehen besonders junge Menschen in ihren Bann und werden diesen leicht zum Verhängnis. Wenn Spielende nicht rechtzeitig erkennen, dass sie die Grenze zur Abhängigkeit überschritten haben, kann dies erhebliche psychische, soziale und finanzielle Folgen haben – auch für die betroffenen Familien.

16 Regionale Fachstellen Glücksspielsucht sind Teil des Landesprogramms

Das Landesprogramm „Glücksspielsuchtprävention und Beratung Spielsüchtiger“ wurde vor zehn Jahren in Rheinland-Pfalz gegründet, um über die Risiken des Glücksspiels aufzuklären, gefährdete oder problematisch spielende Menschen zu beraten und ihnen therapeutische Unterstützung zu vermitteln. Die Beratungsarbeit vor Ort übernehmen sogenannte Regionale Fachstellen. Am Aktionstag Glücksspielsucht treten die Regionalen Fachstellen Glücksspielsucht normalerweise mit Informationen in Schulen, Fußgängerzonen und an anderen Orten an die Öffentlichkeit und sensibilisieren für die Gefahren, die das vermeintlich harmlose Spielen für viele Menschen mit sich bringt. In diesem Jahr wird vielerorts über die Medien statt im direkten Kontakt informiert.

Das Landesprogramm wird von der Landesfachstelle „Prävention der Glücksspielsucht RLP“, die dem Referat Suchtprävention der LZG angegliedert ist, koordiniert. Die Landesfachstelle begleitet und unterstützt im Auftrag des Ministeriums für Soziales, Arbeit Gesundheit und Demografie die Regionalen Fachstellen Glücksspielsucht in ihrer niedrigschwelligen Beratungs- und Präventionsarbeit. Die wissenschaftliche Betreuung und Evaluation des Landesprogramms wurde der Ambulanz für Spielsucht übertragen, die der Psychosomatischen Klinik der Universitätsmedizin Mainz angehört.


Auf einen Blick

Alle drei Online-Veranstaltungen am 30.09, 07.10. und 21.10.2020 finden als Zoom-Konferenz von 14:00 bis 15:30 Uhr statt und richten sich nicht nur an Fachpublikum, sondern an alle Interessierten.

Die Zugangsdaten sind auf der Homepage der LZG zu finden unter www.lzg-rlp.de/de/fachtag-gss.html Teilnehmende werden gebeten, im Vorfeld an einer kurzen Padlet-Umfrage teilzunehmen. Der Link dazu steht auf derselben Seite.

Die Veranstaltung wird begleitet durch graphic recording und eine Jubiläumszeitschrift.


V.i.S.d.P. Dr. Matthias Krell, Geschäftsführer

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