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Projekt „BedikK“ startet in Kirchen (Sieg)

Kommunen ermitteln Bedarf an Gesundheitsangeboten

Durch gesundheitsfördernde Strukturen und Angebote können Kommunen langfristig die Lebensqualität und Zufriedenheit ihrer Einwohnerinnen und Einwohner stärken. Das Projekt „Bedarfsworkshops in kleinen Kommunen (BedikK)“ unterstützt Kommunen in Rheinland-Pfalz darin, durch Bürgerbeteiligung die jeweils passenden Gesundheits- und Präventionsangebote zu ermitteln, Gesundheitsförderungsprozesse anzustoßen und ihre Etablierung zu begleiten. Mit einer digitalen Auftaktveranstaltung im Juni und einem Workshop am Wochenende startete BedikK in der Stadt Kirchen (Sieg).

In einem Bedarfsworkshop, der wie jetzt in Kirchen am Anfang des Prozesses steht, sollen Antworten auf grundlegende Fragen erarbeitet werden: Welche Gesundheitsangebote sind wichtig und sinnvoll für unsere Kommune? Sollen sie sich an Kinder, Menschen im mittleren Lebensalter oder Ältere richten? Wie können Angebote nicht nur die individuelle Gesundheit, sondern auch die Gemeinschaft in der Kommune stärken? In Kirchen (Sieg) fanden sich rund 30 Personen zusammen, um Fragen wie diese zu diskutieren und ihr Lebensumfeld im Hinblick auf Gesundheit mitzugestalten. Die Dorfberaterinnen Dr. Andrea Soboth und Caroline Seibert vom Institut für Regionalmanagement nutzten die Methode Zukunftswerkstatt, um die Bedarfe der Teilnehmenden aus Bürgerschaft und kommunaler Verwaltung herauszuarbeiten.

Sozialminister Schweitzer: Synergien mit dem Projekt Gemeindeschwesterplus

Das Projekt BedikK befindet sich in Trägerschaft der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) und wird in den Jahren 2021 bis 2022 in Kooperation mit dem Projekt Gemeindeschwesterplus umgesetzt. „In den Gemeindeschwesterplus-Kommunen bieten die bereits vorhandenen Strukturen für ganzheitliche Gesundheitsförderung und Prävention gute Voraussetzungen, um mit einem Partnerprojekt anzuknüpfen“, erklärt Sozialminister Alexander Schweitzer. Die Gemeindeschwesternplus, die seit 2015 auf Initiative und mit Förderung der Landesregierung aktiv sind, richten sich mit Hausbesuchen und Beratungsangeboten an hochbetagte Menschen in der Kommune. „Das Projekt BedikK ist geeignet, darüber hinaus weitere Bevölkerungsgruppen zu erreichen und alters- und settingübergreifende Konzepte der Gesundheitsförderung anzustoßen“, so Schweitzer.

Gesetzliche Krankenversicherungen fördern BedikK

BedikK richtet sich sowohl an die Bürgerinnen und Bürger als auch an die Vertreterinnen und Vertreter der kommunalen Strukturen. Gemeinsam entwickeln sie die Gesundheitsförderung und Prävention vor Ort weiter. Das Projekt wird im Rahmen der landesspezifischen Projektförderung durch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) im Auftrag und mit Mitteln der gesetzlichen Krankenkassen nach § 20a SGB V (GKV-Bündnis für Gesundheit) in Rheinland-Pfalz umgesetzt.

„Das Präventionsgesetz aus dem Jahr 2015 hat die Gesundheitsförderung stärker in den Kommunen verankert“, betonen die Vertretungen der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV). „Entscheidend für den Erfolg von Präventions- und Gesundheitsförderungsmaßnahmen ist, dass die Angebote zu den Bedürfnissen der Menschen passen. Deshalb halten wir die Vorgehensweise des Projekts BedikK für besonders förderungswürdig.“ Zugesagt ist die Projektförderung im Rahmen des GKV-Bündnisses für Gesundheit für die Laufzeit von 2021 bis 2024.

Kommunen profitieren auf vielfache Weise

Die teilnehmenden Kommunen werden in einem Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten professionell in ihrem Bürgerbeteiligungsprozess begleitet und erhalten fachliche Unterstützung durch die LZG. „Die Corona-Pandemie hat uns gezeigt, welchen Stellenwert Gesundheit nicht nur individuell, sondern auch für eine funktionierende Gesellschaft hat. Das gestiegene Bewusstsein für Gesundheit kann Menschen dazu motivieren, an der Gestaltung ihrer direkten Lebensumwelt aktiv mitzuwirken. Wir wollen diesen Schwung aufnehmen und für die Kommunen nutzbar machen“, sagt Sabine Köpke, Projektleiterin in der LZG.

Der Bürgermeister von Kirchen (Sieg), Andreas Hundhausen, ist überzeugt, dass seine Gemeinde von BedikK profitieren wird. „Die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist von großer Bedeutung, weil damit Einsamkeit und sozialer Isolation entgegengewirkt werden kann. BedikK bezieht die Bürgerinnen und Bürger ein und gibt ihnen die Möglichkeit, mitzugestalten und Verantwortung zu übernehmen. Dies wirkt sich positiv auf Gesundheit und Wohlbefinden aus.“

In Kirchen – ebenso wie in den noch folgenden Kommunen –  sind die Ergebnisse der Bedarfsworkshops Ausgangspunkt für die Weiterentwicklung der Strukturen zur Gesundheitsförderung und Prävention. In anschließenden Fokusgruppen sollen konkrete Maßnahmen entwickelt werden, wie dem formulierten Bedarf begegnet werden kann.

In der ersten Projektphase 2021 ist geplant, dass neben der Stadt Kirchen (Sieg) weitere Kommunen am Projekt teilnehmen: Gemeinden in den Landkreisen Ahrweiler, Bernkastel-Wittlich, Cochem-Zell, Donnersbergkreis, Vulkaneifel und Westerwaldkreis sowie die Stadt Mainz. Ziel ist es, überall das Thema Gesundheitsförderung und Prävention auch nach Projektende zu etablieren und so die Attraktivität und Lebensqualität der Kommunen langfristig zu steigern.

V.i.S.d.P. Dr. Matthias Krell, Geschäftsführer

Foto: Kirchen (Sieg) startet das Projekt BedikK

V.l.n.r.: Dr. Andrea Soboth – IfR Institut für Regionalmanagement, Caroline Seibert – IfR Institut für Regionalmanagement, Sabine Köpke – Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG), Andrea Kessler – GemeindeschwesterPlus , Michaela Sandweg (Stadt Kirchen (Sieg)), Andreas Hundhausen – Bürgermeister Stadt Kirchen (Sieg), Bürgermeister Verbandsgemeinde Kirchen

©Stadt Kirchen (Sieg)

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