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Sexuell übertragbare Infektionen: Aufklärung ist wichtig!

Präventionswoche in Schulen startet

Jedes Jahr im November wird an den weiterführenden und berufsbildenden Schulen in Rheinland-Pfalz über HIV/AIDS und andere sexuell übertragbare Infektionen (STI) aufgeklärt. Fachkräfte aus den Gesundheitsämtern und den AIDS-Hilfen informieren Schülerinnen und Schüler vom 6. bis 10. November 2017 darüber, wie im Bereich der Sexualität die Gesundheit erhalten und geschützt werden kann. Das Thema ist auch 30 Jahre, nachdem die Weltgesundheitsorganisation erstmals den Welt-AIDS-Tag ausgerufen hat, noch aktuell. Angesichts guter Behandlungsmethoden droht das Wissen junger Leute über HIV und AIDS an Bedeutung zu verlieren. Das verleitet zu unbedachtem und unnötig riskantem Verhalten. Die Schulpräventionswoche will mit Informationen dagegensteuern.

„Viele HIV-positive Menschen können heute mithilfe wirksamer Medikamente ein normales Leben führen. Das ist eine beachtliche Leistung der Medizin. Da die Folgen der Infektion kaum mehr zutage treten, ist das Thema weitgehend aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden. Dennoch ist die Ansteckungsgefahr nach wie vor vorhanden und muss sehr ernst genommen werden“, sagt Dr. Matthias Krell, Geschäftsführer der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG). „Mit den Schulveranstaltungen werden junge Menschen dafür sensibilisiert, dass es wichtig ist, sich zu schützen – nicht nur gegen HIV, sondern auch gegen andere sexuell übertragbare Infektionen“, so Krell weiter. Die LZG gehört gemeinsam mit dem Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie, den AIDS-Hilfen Rheinland-Pfalz sowie den Gesundheitsämtern zu den Initiatoren der Aktionswoche, die in diesem Jahr zum siebten Mal stattfindet.

Unbehandelte Infektionen bergen Risiken

Viele Menschen denken, dass sogenannte Geschlechtskrankheiten der Vergangenheit angehören – dabei zählen die Chlamydien-Infektion, HPV, Tripper (Gonorrhoe), Syphilis, Herpes, Trichomoniasis und Hepatitis B  neben HIV zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen in Deutschland. Sie sind leichter und teilweise auf anderen Wegen als HIV übertragbar, z.B. durch Schmierinfektionen, Küssen oder Oralsex. Unbehandelt können solche Infektionen zum Beispiel zu Schädigungen des zentralen Nervensystems oder zu Unfruchtbarkeit führen. Zudem machen sie den Körper anfällig und können das Risiko einer HIV-Infektion steigern. Kondome sind wichtig, schützen allerdings nicht vor allen STI.

Mit welchem Verhalten man sich im Einzelfall vor sexuell übertragbaren Infektionen schützt – das werden die Fachleute der AIDS-Hilfen und Gesundheitsämter den Jugendlichen nahebringen. Sie werben außerdem für Solidarität: Immer noch begegnen Menschen mit HIV Diskriminierungen und Sonderbehandlungen – bei der Arbeit, im Sport, im sozialen Miteinander. Die Aktionswoche sensibilisiert dafür, Menschen mit HIV vorurteilsfrei zu begegnen und ihnen ein ungehindertes Leben zu ermöglichen.

Lehrkräfte konnten im Vorfeld der Schulpräventionswoche an einer Fortbildung der LZG teilnehmen, die über den aktuellen Stand von HIV/AIDS und STI informierte und methodische Hinweise gab, wie das Thema im Unterricht umgesetzt werden kann. Die Schulpräventionswoche ermöglicht durch ihre zeitliche Nähe zum Welt-AIDS-Tag, der jährlich am 1. Dezember begangen wird, das Thema sexuelle Gesundheit über einen längeren Zeitraum in den Unterricht zu integrieren und in seinen verschiedenen Facetten zu beleuchten.

Informationsangebote

Die LZG informiert in ihrem Flyer „Infektion kennt keine Grenzen“ über die verschiedenen sexuell übertragbaren Infektionen und nennt darin die entsprechenden Übertragungswege sowie Verlauf, Behandlung, Symptome, Vorbeugung und Risiken.

Zudem hat die LZG zwei geschlechtsdifferenzierte Flyer für Mädchen und für Jungen, die in die Pupertät kommen, zum Thema Intimhygiene entwickelt. Sie geben in jugendgerechter Form Tipps für die eigene Gesundheit und vermitteln grundlegende Informationen zur richtigen Körper- und Intimhygiene. Die Flyer können auch bei der LZG bestellt werden.

Die Fachkräfte der AIDS-Hilfen und der Gesundheitsämter in Rheinland-Pfalz stehen den Schulen das ganze Schuljahr über als regionale Ansprechpartner für Veranstaltungen und Aktionen zur Verfügung.

Die Veranstaltungsliste  der AIDS-STI-Schulpräventionswoche RLP vom 06.-10.11.2017 finden Sie hier

V.i.S.d.P. Dr. Matthias Krell, Geschäftsführer

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