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Depression bei älteren Menschen

Wissen zum Lunch – eine digitale Veranstaltungsreihe

Dienstags, 12 bis 13 Uhr


Neben demenziellen Erkrankungen stellt die Altersdepression die häufigste psychische Störung bei Älteren dar. Sie ist eine ernst zu nehmende Erkrankung, die neben dem Verlust von Lebensqualität mit einem hohen Suizidrisiko einhergeht.

Die klinische Präsentation unterscheidet sich häufig von derjenigen der typischen depressiven Episode bei jüngeren Erwachsenen. Häufig stehen bei Betroffenen eher somatische Symptome im Vordergrund. Sie klagen z.B. über Schmerzen, Schwindel, Magen-Darm-Beschwerden oder über nachlassende geistige Leistungsfähigkeit. Die Diagnosestellung ist dadurch bei älteren, häufig auch multimorbiden Menschen erschwert.

Themen

Mit unserer digitalen Veranstaltungsreihe wollen wir mit Ihnen gemeinsam näher hinsehen:

  • Welche neuen evidenz-basierten Therapien werden empfohlen?
  • Wie sind die Zusammenhänge zwischen Altersdepression und Demenz, Prävention und Resilienz?
  • Gibt es vorbeugende Maßnahmen?
  • Welche Besonderheiten und auch Neuerungen gibt es bei der Psychotherapie bei Altersdepression?
  • Was ist in der Arbeit mit Angehörigen von älteren Menschen mit Depression zu beachten?

Zielgruppe

Sie sind Pflegefachkraft, Psychotherapeutin oder Psychotherapeut, Hausärztin oder Hausarzt, Fachärztin oder Facharzt und begegnen immer mehr älteren Menschen mit Depression? Dann sind diese „Wissenshappen“ genau richtig.

Immer dienstags von 12 bis 13 Uhr. Wir freuen uns über Ihre Teilnahme!

Teilnahme

Alle Veranstaltungen finden per Zoom statt. Bitte melden Sie sich hier auf dieser Seite über unsere Online-Formulare an, damit wir Ihnen den Teilnahme-Link zuschicken können.

Download Flyer

 

Dokumentation

Die Veranstaltungen werden aufgezeichnet und zusammen mit den Präsentationsfolien auf der Internetseite des Zentrums für psychische Gesundheit im Alter zur Verfügung gestellt.

 

 

Termin 03. Mai 2022, 12:00 bis 13:00 Uhr
Referentin Dr. med. Katharina Geschke, Zentrum für psychische Gesundheit im Alter (ZpGA), Landeskrankenhaus (AöR) und Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsmedizin Mainz

Begrüßung und Statement von Ministerialdirektor Daniel Stich, Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit Rheinland-Pfalz

Störungsbild Altersdepression

Depressionen im Alter sind nicht selten. Sie sind ernst zu nehmen und gehen mit dem Verlust von Lebensqualität und einem hohen Suizidrisiko einher. Da sich das klinische Erscheinungsbild der Depression bei älteren Menschen oft von dem jüngerer Erwachsener unterscheidet, werden Altersdepressionen noch seltener erkannt als die Depression bei Jüngeren. Evidenz-basiert wirksame Therapien erhält ebenfalls nur eine Minderheit der diagnostizierten Patientinnen und Patienten. Dabei zeigen wissenschaftliche Daten, dass eine an die Bedingungen des Alterns angepasste psychotherapeutische Behandlung neben einer medikamentösen antidepressiven Therapie effektiv in Akuttherapie, Erhaltungstherapie und Rückfallprophylaxe ist.

 

Termin 10. Mai 2022, 12:00 bis 13:00 Uhr
Referent Univ.-Prof. Dr. med. Andreas Fellgiebel, Zentrum für psychische Gesundheit im Alter (ZpGA), Landeskrankenhaus (AöR) und Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, Agaplesion Elisabethenstift Darmstadt

Altersdepression und Demenz

Im medizinischen Jargon ist auch heute noch der Begriff „Pseudodemenz“ gebräuchlich. Er bedeutet so viel wie demenzielles Syndrom, das „nicht echt“ ist, sondern „nur“ durch eine Depression bedingt. Tatsächlich kommen subjektiv wahrgenommene und auch objektiv feststellbare Einschränkungen der geistigen Leistungsfähigkeit bei Depressionen häufig vor. Viele Ältere mit Depression gehen – entsprechend ihres depressiven Verarbeitungsstiles – bei Wahrnehmung dieser geistigen Einschränkungen davon aus, dass bei ihnen jetzt (auch noch) eine Demenz im Anmarsch ist. Sie stellen sich mit Vergesslichkeit und der Befürchtung, an einer Alzheimer-Demenz zu leiden, in der hausärztlichen oder fachärztlichen Praxis oder in der Gedächtnisambulanz vor. Der Vortrag erklärt allgemeinverständlich die Abgrenzungsmöglichkeiten von Demenz und Depression sowie die Zusammenhänge. Zudem zeigt er die Möglichkeiten auf, die psychische Widerstandsfähigkeit im Alter zu stärken, um vor Depressionen, aber vor auch einer demenziellen Entwicklung im Alter besser geschützt zu sein.

 

Eine Anmeldung ist nicht mehr möglich

 

Termin 31. Mai 2022, 12:00 bis 13:00 Uhr
Referentin Dr. Dipl. psych. Alexandra Wuttke-Linnemann, Zentrum für psychische Gesundheit im Alter (ZpGA), Landeskrankenhaus (AöR)

Angehörige von Menschen mit Depression im Alter

Auch das Umfeld eines Menschen mit Depression im Alter ist von der Erkrankung betroffen. Eine Depression trifft neben den Patientinnen und Patienten auch deren Umfeld. Dabei kann sich das Beziehungsgefüge zwischen den Menschen mit Depression und deren Angehörigen verändern. Beispielsweise übernehmen Angehörige Verantwortung in immer mehr Bereichen für die Betroffenen. Angehörige von Menschen mit Depression laufen Gefahr, durch chronischen Stress und Erschöpfungserleben selbst körperlich oder psychisch zu erkranken. Ziel des Vortrages ist es, für die Situation und Bedürfnisse der Angehörigen zu sensibilisieren, Befunde zu deren Stresserleben und deren Resilienz vorzustellen und konkrete Hinweise für die Beratung von Angehörigen zu geben.

Eine Anmeldung ist möglich bis zum 26. Mai 2022.

 

Termin 14. Juni 2022, 12:00 bis 13:00 Uhr
Referentin Prof. Dr. habil. Eva-Marie Kessler, MSB Medical School Berlin – Hochschule für Gesundheit und Medizin, Universitäres Department Psychologie, MSB Hochschulambulanz ‚Psychotherapie im Alter‘

Psychotherapie bei Altersdepression

Entgegen gängiger Vorurteile ist Psychotherapie im Alter nachweislich wirksam. Trotz Leitlinienempfehlungen sind jedoch vor allem sehr alte, vulnerable Menschen immer noch äußerst schlecht versorgt. In dem Vortrag wird der psychotherapeutische Versorgungsbedarf im Alter beschrieben und diesem die Versorgungsrealität im stationären und ambulanten Bereich entgegengesetzt. Zudem werden evidenzbasierte psychotherapeutische Verfahren und Methoden für die Betroffenen skizziert. Auf der Grundlage des neusten, internationalen Forschungsstandes werden einige Leitprinzipien des psychotherapeutischen Arbeitens dargestellt und ein kurzer Einblick in konkrete Therapiesituationen gegeben.

Eine Anmeldung ist möglich bis zum 09. Juni 2022.

 

Termin 28. Juni 2022, 12:00 bis 13:00 Uhr
Referentin Dr. Nils Haller, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Abteilung Sportmedizin, Prävention und Rehabilitation

Sport und Bewegung bei Altersdepression

Strukturierte regelmäßige Bewegung wird in den Leitlinien zur Behandlung depressiver Symptome empfohlen und hat sich in Studien als wirksames Mittel zur Linderung depressiver Symptomatik erwiesen. Gerade im Kollektiv der Patientinnen und Patienten mit Altersdepression ist die Zahl methodisch guter Studien bisher jedoch gering. Hinzu kommt, dass im höheren Alter die Fähigkeit zu strukturierter, intensiver körperlicher Aktivität aufgrund körperlicher Barrieren und Begleiterkrankungen in der Regel deutlich abnimmt. Daher ist es wichtig, einfach zugängliche und effektive Bewegungsangebote zu schaffen, um Betroffene zu motivieren, langfristig körperlich aktiv zu sein.

In der Präsentation werden zunächst Studien vorgestellt, die die Auswirkungen körperlicher Aktivität bei Depressionen näher beleuchten. Anschließend werden leicht zugängliche und innovative Ideen zur Steigerung der körperlichen Aktivität präsentiert.

Eine Anmeldung ist möglich bis zum 23. Juni 2022.

 

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