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Die richtige Pflege für trockene Hände

Freitag, 1. Januar 2021 bis Freitag, 22. Januar 2021

Unsere Hände leiden im Winter unter Kälte und trockener Luft – sie werden spröde, rau und rissig. In diesem Winter kommt hinzu, dass wir uns wegen der Corona-Pandemie häufiger und sorgfältiger als sonst die Hände waschen und sie oft zusätzlich desinfizieren. Mit der richtigen Pflege können wir ernsthaften Hautschäden vorbeugen.

Warum werden Hände im Winter trocken?

Unsere Haut ist von einem hauchdünnen Fett-, Feuchtigkeits- und Säurefilm umgeben, der wie ein Schutzmantel wirkt. Im Winter ist er Angriffen von vielen Seiten ausgesetzt. Bei Kälte produzieren die Talgdrüsen weniger Fett. Trockene Heizungsluft entzieht der Haut Feuchtigkeit und das Händewaschen mit Seife stört ihr Säure-Basen-Gleichgewicht. Das alles führt dazu, dass der Schutzmantel seine Funktion nicht mehr richtig ausüben kann – die Haut wird zuerst trocken, dann rau, und im schlimmsten Fall rissig mit schmerzhaften, blutenden Stellen. Ist der Schutzmantel erst einmal durchlässig geworden, können auch Bakterien und Viren leichter eindringen.

Was bewirkt die Handdesinfektion?

Desinfektionsmittel sind weniger schädlich für die Haut als viele glauben. Gute Handdesinfektionsmittel enthalten rückfettende Substanzen, um ein übermäßiges Austrocknen der Haut zu verhindern. Durch chemische Zusatzstoffe und den enthaltenen Alkohol können sie die Haut dennoch reizen. Besonders, wenn sie bereits vorgeschädigt ist, kann der Alkohol Brennen hervorrufen.

Wichtig ist, im Anschluss an die Desinfektion die Hände nicht gleich wieder zu waschen, denn dann werden die Hautfette, die durch den Alkohol gelöst werden, durch das Wasser fortgespült. Dies wäre aus Hautschutz-Sicht sehr schädlich.

Trotz Corona-Pandemie ist im häuslichen Alltag eine Händedesinfektion nur in Ausnahmefällen notwendig. Laut Robert Koch-Institut bietet außerhalb  des  medizinischen und pflegerischen Bereiches eine Händedesinfektion in Situationen, wo die Hände auch gewaschen werden können, keinen Vorteil in Bezug auf die Inaktivierung von SARS-CoV-2. Gründliches Händewaschen ist also vollkommen ausreichend.

Auf jeden Fall sollten die Hände nach jedem Waschen oder Desinfizieren sorgfältig eingecremt werden.

Vorbeugen und pflegen

  • Ein einfaches Mittel, um die Hände vor Witterungseinflüssen zu schützen, ist das Tragen von Handschuhen. Die Haut kühlt nicht allzu sehr aus, und sie kann die Fettproduktion zumindest einigermaßen aufrechterhalten.
  • Auch wenn es im Winter verführerisch ist, sollten Sie beim Händewaschen auf wohlig warmes Wasser verzichten – es entzieht der Haut wesentlich mehr Fett und Feuchtigkeit als lauwarmes oder kaltes Wasser.
  • Statt herkömmlicher Seife können Sie sogenannte Waschsyndets verwenden. Das sind Hautreinigungsmittel in fester oder flüssiger Form, deren PH-Wert an den der Haut angepasst ist. Dadurch schonen sie den Feuchtigkeitsfilm. Den Fettfilm greifen allerdings auch sie an.
  • Trocknen Sie Ihre Hände nach dem Waschen sorgfältig ab, und zwar am besten mit Ihrem persönlichen Textiltuch. Einmal-Papierhandtücher sind zwar hygienischer und deshalb in öffentlichen Räumen weit verbreitet. Auch sind sie in Pandemiezeiten sinnvoll. Ihre raue Oberfläche greift empfindliche Haut jedoch zusätzlich an.
  • Schließlich stärken Sie den Schutzmantel Ihrer Hände mit einer guten, feuchtigkeits- und fettspendenden Handcreme. Sie sollte im Winter mehr Fett enthalten als im Sommer. Achten Sie bei der Wahl Ihrer Handcreme darauf, dass sie möglichst wenige Inhaltsstoffe enthält, die der Haut schaden könnten. In der Regel sind dies Produkte aus der Naturkosmetik. Sie verzichtet nämlich prinzipiell auf problematische Stoffe wie mineralölbasierte Fette und Wachse, synthetische Polymere (Kunststoffe) sowie den möglicherweise fortpflanzungsschädigenden Duftstoff Lilia.
  • Denken Sie daran, ausreichende Mengen Flüssigkeit zu sich zu nehmen – auch das hat einen positiven Einfluss auf die Haut.

Das schützt Ihre Hände besonders gut

Es gibt jede Menge Hausmittel, mit denen Sie Ihre Hände im Winter besonders intensiv pflegen können. Viele davon sind übrigens auch in Handcremes enthalten.

Pflanzliche Öle versorgen die Haut mit wichtigen Fettsäuren.

  • Olivenöl enthält zusätzlich Antioxydantien, die die Heilung kleiner Hautrisse fördern. Für ein Handbad tröpfeln Sie etwas Öl in lauwarmes Wasser. Sie können das Olivenöl auch leicht erwärmt direkt auf die Hände geben.
  • Ähnlich wirkt Kokosöl, es soll die Haut zusätzlich beruhigen. Geben Sie eine Fingerspitze davon in die Handfläche und verstreichen Sie es, sobald es durch die Körperwärme geschmolzen ist.
  • Mandelöl, mit etwas Zitrone verdünnt, enthält besonders viele Vitamine und Mineralstoffe.

Honig ist nicht nur ein natürlicher Feuchtigkeitsspender, sondern es wird ihm auch eine antimikrobielle (keimtötende) und damit entzündungshemmende Wirkung nachgesagt. Hamamelis und Nachtkerzenöl als zusätzliche Wirkstoffe in einer Creme haben einen ähnlichen Effekt. Hierzu können Sie sich in Ihrer Apotheke beraten lassen.

Bekannt ist auch die lindernde Wirkung von Aloe vera. Ihr Gel, direkt aus der Pflanze entnommen, spendet sehr viel Feuchtigkeit und kann allgemein bei Hautproblemen eingesetzt werden. Falls Sie das Gel fertig kaufen, achten Sie auch hier darauf, dass es mit möglichst wenig Zusatzstoffen versetzt ist.

Eine Kur für die Hände

Bei starker Trockenheit ist eine Handmaske zu empfehlen. Tragen Sie den Wirkstoff Ihrer Wahl vor dem Schlafengehen dick auf die Hände auf und ziehen Sie leichte Baumwollhandschuhe über. In der Nacht erholt sich die Haut dann besonders gut.

Stellen Sie jedoch anhaltende offene, raue Stellen an Ihren Händen fest, könnte das auch ein Hinweis auf eine Hauterkrankung sein, etwa auf Neurodermitis oder Schuppenflechte. Dies sollten Sie in Ihrer Arztpraxis abklären lassen.

© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG)
Text: Susanne Schneider, www.freistil-texte.de
Redaktion: Birgit Kahl-Rüther, Mail: bkahl@lzg-rlp.de
 

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